SARS-CoV-2: Erste Auswirkungen bereits spürbar

Keine Panik: Angst vor Coronavirus hält sich noch in Grenzen

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Diese Hofgeismarer Apotheke wirbt für ein Immunstärkungspräparat und verzichtet dabei durch den Grippe-Vergleich auf Panikmache. 

Der neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich weiter aus. Wir haben in der Region Hofgeismar gefragt, wie gegen den Erreger vorgegangen wird.

  • Der Coronavirus SARS-CoV-2 breitet sich weiter aus.
  • Nun ist der erste bestätigte Fall in Hessen bekannt.
  • Wie bereitet sich Hofgeismar auf den Erreger vor?

Hofgeismar - Nachdem nun auch Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Hessen aufgetaucht sind, wird darüber noch mehr in ganz Deutschland gesprochen. Wir haben nachgefragt, wie in der Region Hofgeismar gegen das Virus vorgegangen wird.

Vorbereitung auf den Coronavirus (SARS-CoV-2): Kindergarten/Schule

„Wir werden immer auf den aktuellen Stand über dasCoronavirus gebracht“, sagt Renate Grimm, Leiterin des Städtischen Kindergartens in Hofgeismar. Man setze dort weiterhin auf normale Hygiene, sprich Händewaschen und niesen in die Armbeuge. „Wenn es notwendig ist, setzen wir auch mal Desinfektionsmittel ein“, erklärt Grimm weiter.

An der Albert-Schweitzer-Schule in Hofgeismar ist das Virus SARS-CoV-2 ein Thema, zumal Ende März ein Italien-Austausch ansteht, wie Schulleiter Hagen Riedemann berichtet. „Ob dieser stattfinden kann, können wir jetzt noch nicht sagen“, erklärt Riedemann. Angst verspüre er bisher weder von den Schülern noch von den Kollegen. Wenn Fragen im Unterricht zum Coronavirus auftauchen, dann werden diese von den Lehrern auch beantwortet.

Spezielle Maßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 im Supermarkt gibt es nicht

Im Rewe-Markt in Grebenstein gehen mehr Nudeln, Reis und Konserven über die Ladentheke: „Es werden mehr haltbare Lebensmittel gekauft“, bemerkt Inhaber Michael Ehlert. Er würde dies zwar noch nicht als Hamstereinkäufe bezeichnen, doch es gehe langsam in die Richtung.

Spezielle Maßnahmen wegen der Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 habe er im Markt nicht ergriffen, denn während der Grippe- und Infektionszeit werde sowieso verstärkt auf Hygiene geachtet, sagt Ehlert. So werden die Mitarbeiter darauf hingewiesen, dass sie sich regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren sollen und die Kassen, Computer-Tastaturen und Einkaufswagengriffe werden täglich desinfiziert.

In Apotheke sind Mundschutz und Desinfektionsmittel wegen des Coronavirus SARS-CoV-2 besonders gefragt

Deutschlandweit ausverkauft in den Apotheken und beim Großhandel sind Einmal-Mundschutzmasken, obwohl sie eigentlich nicht vor Viren und dementsprechend auch nicht vor dem Coronavirus schützen können. Wie Apothekerin Heike Sievert-Walter von der Mohren-Apotheke in Hofgeismar schildert, kommen ständig Kunden, die fragen, wie sie sich vor einer Infektion schützen können. Der Mundschutz ist eher dafür gedacht, nicht sich selbst zu schützen, sondern andere Personen vor ausgeatmeten Bakterien, wie beispielsweise bei Operationen oder dem Herstellen von Salben und Tabletten. Sehr gefragt seien auch Desinfektionsmittel, doch die müsste man eigentlich nach jeder Berührung erneuern, was im Alltag gar nicht funktioniere.

Regelmäßiges Händewaschen mit Seife helfe schon, zum Desinfizieren könne man im Notfall auch 70-prozentigen Isopropylalkohol einsetzen. Einen effektiven Schutz vor den Viren könne man letztlich nicht erreichen, weil es immer einen Kontakt geben könne, sagt Sievert-Walter. Zudem sei nicht jeder gefährdet. Viel entscheidender sei ein gutes Immunsystem, das dann mit den Viren auch fertig werden könne. Um es zu stärken, seien gesunde Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, ausreichend Schlaf und Bewegung an der frischen Luft wichtig. Im Prinzip handele es sich um eine normale Grippe, nur hätten die Menschen jetzt mehr Angst, weil es SARS-CoV-2 überall Thema sei. Es werde leichtfertig Panik verbreitet.

Auch in der Hubertus-Apotheke war am Donnerstag sehr viel los. „Es gab sehr viele Anfragen zum Coronavirus“, sagt Christa Figur. Die Leute wollten vorbeugend handeln und sich nicht anstecken. Panik habe sie jedoch nicht wahrgenommen.

Coronavirus (SARS-CoV-2): Im Reisebüro vor Ort gab es noch keine Stornierungen

Über das Coronavirus (SARS-CoV-2) spricht man auch schon mal im Reisebüro Sundheim in Hofgeismar, „aber dass Kunden ihre Reise aufgrund von Angst storniert haben oder mit der Buchung warten wollen, haben wir bisher noch nicht erlebt“, sagt Reiseverkehrskaufmann Jürgen Woschkat. Wer dennoch seinen Trip nicht antreten will, muss sich zuerst mit dem Veranstalter in Verbindung setzen, um die Stornierungsbedingungen zu klären.

Ärtze und Kliniken bereiten sich auf den Coronavirus SARS-CoV-2 vor

„Wir bereiten uns so vor wie andere Krankenhäuser auch“, sagt Prof. Dr. Stefan Andreas von der Lungenfachklinik in Immenhausen. Die Maßnahmen würden vom Gesundheitsamt des Kreises Kassel vorgegeben und müssten von allen Krankenhäusern umgesetzt werden.

Viele grippale Infekte, aber keine schwere Grippe wie in anderen Jahren und auch keinen Coronavirus (SARS-CoV-2)-Fall hat die Allgemeinmedizinerin Johanne Nolte in Hofgeismar bislang behandelt. Manche Patienten sorgten sich, weil die Ansteckungsgefahr höher sei als bei einer normalen Grippe, die man durch die Erkältung schon früh bemerken könne. Das Praxispersonal selbst beugt durch Impfungen gegen Grippe und Lungenentzündung vor. Sehr hilfreich wäre es, andere Menschen nicht direkt anzuniesen, rät die Ärztin.

Für große Beunruhigung sorgte ein Polizeieinsatz in Waldeck-Frankenberg. Im Internet kursierten, nach dem Einsatz der Polizei uind Feuerwehr, Gerüchte über einen Coronavirus-Fall in Waldeck-Frankenberg.

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