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Das Einmaleins des Überlebens  mit Bushcraft Wesertal

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Von: Sascha Hoffmann

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Das Team von Bushcraft Wesertal.
Das Team von Bushcraft Wesertal: von links Martin Leßmann, Justin Kay, Sandra Epler, Ben Hüttemann, Matthias Hübenthal, Oliver Slomski und Mario Wieber. © Sascha Hoffmann

Wie fühlt es sich an, eins mit der Natur und der Wildnis zu werden? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Teammitglieder von Bushcraft Wesertal.

Reinhardswald - Da ist ein wunderschöner Strand. Mit Millionen Seesternen überspült. Ein kleiner Junge, mit Eimerchen und Schaufel bewaffnet, sammelt ein Tier nach dem anderen ein und bringt sie zurück ins Wasser. Ein alter, verbitterter Mann guckt sich das eine Weile an, geht schließlich zum eifrigen Seesternsammler und sagt: „Das ist sinnlos, du kannst sie nicht alle retten.“ Der kleine Junge schaut ihn an und entgegnet: „Die hier in meinem Eimer aber schon.“

„Unsere Welt ist im Argen“

Justin Kay erzählt diese Geschichte, die ihm etwas bedeutet: „Genau das ist es, was wir bei Bushcraft machen.“ Er meint mit „wir“ die kunterbunte Truppe, mit der er regelmäßig in der nordhessischen Wildnis unterwegs ist. Ob Alter, Charakter oder Werdegang, die Teammitglieder könnten unterschiedlicher nicht sein. Was sie aber vereint, ist der gleiche Kern im Herzen: „Wir alle lieben die Natur. Und was wir mit der Zeit in unseren Camps erfahren haben, ist schlichtweg zu wertvoll, als dass wir es für uns behalten könnten“, so der 34-Jährige. Er ist überzeugt, dass „wir uns alle gemeinsam auf die Natur zurückbesinnen müssen, denn unsere Welt ist im Argen.“

Bei den Angeboten von Bushcraft Wesertal sei eben das möglich, jeder tue für sich und das große Ganze das, was er für möglich halte. „In Bildern gesprochen, nehmen wir in unserer gemeinsamen Zeit so viele Eimerchen voll Seesternen, wie wir können, und bringen sie zurück zum Wasser. Wir werden wieder eins mit der Natur.“ Um die 1000 Menschen sind laut Kay seit 2019 in den Genuss gekommen, ihr Hamsterrad für ein paar Stunden zu verlassen und im Wald ihre Akkus wieder aufzuladen. Gesundes, zahlungskräftiges Publikum sei dabei ebenso wie sozial Benachteiligte. Das ist Kay besonders wichtig: „Jeder soll in den Genuss unserer Kurse kommen können, da geht es nicht primär ums Verdienen.“

Eine Gruppe mit Kindern, die mit Bushcraft unterwegs ist. Hier machen die Teilnehmer Pizza.
Auch im Wald darf es mal eine Pizza geben: von links Tjerk Friederich, Yvonne und Aurel Scharr, Alexander Scheleg, Caro Heggemann und Melina Strassmann. © Sascha Hoffmann

Vier verschiedene Formate gibt es, alle führen über verschieden lange Zeiträume raus in die Wildnis des Reinhardswaldes – und das bei Wind und Wetter. Nach einem Schnupperkurs vermittelt der Survival-Grundkurs 1x1 in 24 Stunden die Basis des Überlebenstrainings: Orientieren mit Karte und Kompass, Wasserfilter, Feuer machen ohne Feuerzeug, Knotenkunde und einiges mehr mit einer Übernachtung im selbst gebauten Unterschlupf. Der Aufbaukurs 2x2 dauert entsprechend länger, bietet zusätzlich beispielsweise eine Kanutour. „Das Gute ist, dass viele der vermittelten Skills universell anwendbar sind und Teilnehmer nicht nur im Wald, sondern auch im Alltag stärken – sowohl mental als auch physisch“, sagt der Wesertaler.

Im Expert-Kurs geht es zur Sache

Richtig zur Sache soll es im 3x3 Expert-Aufbaukurs gehen, in dem Teilnehmer ihr Erlerntes unter Beweis stellen können. Kay: „Da packen wir noch eine Schippe obendrauf.“ Der Rahmen bleibe der gleiche, die Teilnehmer würden nur noch mal anders gefordert. Oder, um in Kays Bild zu bleiben: „Der Strand bleibt unverändert, nur die Zahl der Seesterne wächst.“ (Sascha Hoffmann)

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