Glockengeläut und Andachten

Stunde der Vernunft: „Die Natur nicht zerstören“

Aktion zur Stunde der Vernunft: Nach der Andacht in der Klosterkirche Lippoldsberg ließen Mitglieder des Pro Märchenland e.V. einen Heliumballon auf 140 Meter in den verregneten Himmel aufsteigen und markierten damit die Nabenhöhe eines möglichen Windkraftwerks.

Gieselwerder/Lippoldsberg. Punkt 10 Uhr läuteten am Samstag in zahlreichen Gemeinden an der Weser und auch in anderen Orten des Altkreises Hofgeismar die Glocken der evangelischen und katholischen Gotteshäuser. Bürgerinitiativen und Kirchengemeinden luden damit zu einer „Stunde der Vernunft“ ein, zu einer Besinnung auf die wesentlichen Werte.

Anlass war die Bedrohung der Natur in der nördlichsten Region Hessens durch mögliche Windkraftanlagen im Reinhardswald und Kalisalzentsorgung in die Weser.

Verantwortung übernehmen

Zentrale ökumenische Andachten in Bursfelde, Gieselwerder und Lippoldsberg richteten den Blick auf die Natur, die von dem schöpferischen Geist Gottes geschaffen und weise geordnet worden sei. Der Mensch sei Teil dessen, habe aber auch die Verantwortung übertragen bekommen, die Erde und ihre Geschöpfe zu bewahren. Das wurde in Bibeltexten, Liedern und indianisch geprägten Gedanken deutlich, die in der Klosterkirche Lippoldsberg vor knapp 50, in Gieselwerder vor 25 Besuchern Gehör fanden.

Es gehe darum, der Vernunft die Liebe zu allem Lebendigen an die Seite zu stellen, denn was man liebe, könne man nicht willentlich zerstören.

Entscheidungen für den Eingriff in das ökologische System der Reinhardswald- und Weserregion sollten mit Vernunft und liebevollem Respekt getroffen werden, dies wurde vor allem den Politikern und den sogenannten „Wertschöpfern“ ans Herz gelegt.

Die Mitglieder verschiedener Bürgerinitiativen empfanden die Andachten als Ermutigung, nicht nachzulassen in ihren Bemühungen. Symbolisch stieg anschließend ein großer Heliumballon auf, der an einer 140 Meter langen Schnur die Nabenhöhe der geplanten Windkraftanlagen demonstrierte.

„Extrem hoch“

Erschütterte Reaktionen begleiteten die Aktion. „Das ist ungeheuerlich, so extrem hoch hab ich mir das nicht vorgestellt“, bekundete eine ehemalige Oedelsheimerin.

Im Reinhardswald wurde sogar schon morgens früh ein erster Fesselballon gestartet. Die Ballons, für die eigens eine Genehmigung beim Regierungspräsidium Kassel eingeholt worden war, bleiben noch bis Montagvormittag in der Luft.

Die Initiatoren der Aktion, allen voran Björn Zackenfels und Oliver Penner von Pro Märchenland e.V. standen indes für informative Gespräche bereit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.