Potenzial noch nicht vollständig ausgenutzt

Diemelradweg: Vier Sterne wären möglich

Verwirrend: Die Wegweisung des Diemelradweges sollte dringend verbessert werden, empfiehlt der ADFC. Foto:  nh

Wülmersen. Der Diemelradweg bietet ein attraktives Landschaftserlebnis. Doch insgesamt wird sein Potenzial noch nicht vollständig ausgenutzt.

Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) im Auftrag der Region Kassel-Land e.V. Im Hinblick auf seine touristische Vermarktung könne der Radweg „noch deutlicher positioniert werden“, sagte Rolf Spittler, Autor der Studie, anlässlich der jährlich stattfindenden Diemelradweg-Konferenz in Wülmersen. Spittler spricht von einem „schlummernden Angebot“. Er sieht noch Schwachstellen, die den Radweg daran hindern, in dem bundesweiten Rankung für Fernradwege aufzusteigen. Zur Beurteilung von Radwegen hat der ADFC bundesweit standardisierte Qualitätskriterien aufgestellt. Dazu gehören unter anderem Wegequalität wie Breite, Befahrbarkeit, Verkehrsbelastung und Beschilderung, aber auch Angebote neben der Strecke wie Gastronomie und Beherbergung. Insgesamt sind es zehn Kriterien, nach denen Radwege bewertet und klassifiziert werden. Die höchste Bewertung sind fünf Sterne.

Eigentlich sei der Diemelradweg ein Zwei-Sterne-Weg mit Potenzial für vier Sterne, sagt Rolf Spittler. Doch weil die Qualität in der Einzelkategorie „Wegweisung“ stark abfällt, sei derzeit noch keine ADFC-Klassifizierung zu empfehlen. Vorrangiger Optimierungsbedarf bestehe daher in einer „durchgehenden und einheitlichen Neubeschilderung“, so Spittler.

Weiterer Handlungsbedarf besteht nach Ansicht des ADFC-Experten auch in der Verbesserung der Oberfläche. Planungsziel müsse daher sein, Abschnitte mit derzeit noch wassergebundener Decke mit einer Asphaltschicht zu versehen. Das gelte insbesondere auf dem Abschnitt von Trendelburg bis Bad Karlshafen.

Neben den konkreten Schritten zur Optimierung des Diemelradweges sollte auch das Marketing verbessert werden, empfiehlt der ADFC. Diesen Rat setzt der Landkreis Kassel, in dessen Gebiet der größte Teil des Weges liegt, bereits um. Er gewährt ab 2015 den vier Diemelradgemeinden Liebenau, Hofgeismar, Trendelburg und Bad Karlshafen eine Anschubfinanzierung für Werbung und Marketing von jeweils 1500 Euro pro Jahr bis 2018. Entscheidend sei, dass besseres Marketing zu einer verbessderten und bedarfsgerechteren Ansprache der Gäste führe.

Derzeit sei nur ein „schlichtes Basis-Marketing“ vorhanden. Über Sehenswürdigkeiten und Übernachtungsangebote erfahre der Radtourist zu wenig. Als notwendig erachtet der ADFC zudem einen aktuellen, zeitgemäßen Internetauftritt und einen GPS-Track zum Download. (geh)

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