Längst Vergangenheit

Discogeschichte: Donnerstage im Joy waren Kult

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Auf den ersten Blick alles beim Alten: Von außen hat sich bis auf die neue Leuchtschrift über dem Eingangsbereich nicht viel am alten Joy verändert. Dafür hat der neue Pächter Michael Schubert den Innenbereich kräftig saniert. 

Calden. Hofgeismarer, die heute um die 50 Jahre alt sind, haben sie erlebt, die Glanzzeiten der Disco Joy in Calden. Diese sind längst Vergangenheit, wurde es doch schon vor der Jahrtausendwende schrittweise ruhiger in der Discothek.

Zu einer neuen Erfolgsgeschichte will nun Michael William Schubert dem Haus verhelfen - dafür wurde nicht nur der gesamte Innenbereich saniert, sondern auch ein neues Konzept entworfen.

Eigentümer ist noch immer Dieter Haas, der 1985 den Komplex baute. „27 Jahre habe ich das Joy betrieben - an- und umgebaut und rund sieben Millionen Euro insgesamt hineingesteckt“, verrät der Grebensteiner. „Von 1985 bis um das Jahr 2000 lief alles super, aber dann wurde es Stück für Stück ruhiger“, sagt der 64-Jährige. Gerade die Donnerstagabende seien eine Zeit lang regelrecht Kult bei den jungen Leuten gewesen. Woran der Rückgang gelegen hat? Dazu gibt Haas selbstkritisch an, dass ihm irgendwann auch der Ehrgeiz abhanden gekommen sei, das Joy wieder ganz nach oben zu bringen. Bevor der Eigentümer 2012 die Disko schloss, veranstaltete er nur noch samstags sogenannte Ü-30-Partys. „Die letzten Jahre haben wir nur noch auf die älteren Semester gesetzt, alles andere hat nichts gebracht.“ Gemunkelt wurde im Übrigen auch, dass mit der Eröffnung des Kasseler A7 viele Gäste dorthin wechselten. Anfang 2013 verkaufte Haas schließlich sein Joy an einen Deutsch-Russen, dem „aber ziemlich schnell die Luft ausging“, so dass er wieder Eigentümer wurde.

Nach achtmonatiger Vakanz übernahm Michael William Schubert nun als Pächter die Disco, unterzeichnete erstmal einen dreijährigen Vertrag. Aus dem Joy machte der 46-Jährige das Ox - gesprochen wie männliche Rindviecher im Süden genannt werden „und nicht die Buchstaben einzeln, wie manche es noch tun“, ergänzt Schubert.

Wichtig ist dem neuen Geschäftsführer, seinen Gästen eine Wohlfühlatmosphäre bieten zu können - „zwar schick, aber nicht glamourös“. Auch wenn erfahrungsgemäß eher jüngeres Publikum zu ihm finden wird, so ist ihm auch wichtig, dem älteren Publikum einen eigenen Bereich bieten zu können.

Nebenbei: Das Ox sei nun Deutschlands einzige Disco, die zwischen zwei Flughäfen liegt. „Ich glaube zwar kaum, dass unsere Gäste mit dem Flieger kommen, aber es hört sich ja ganz gut an“, scherzt der neue Chef. (zta)

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