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DLRG-Ortsvereine luden zum elften Weserschwimmen ein

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Von: Gerd Henke

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Er sorgt mit seinem Team dafür, dass alle in Sicherheit sind: Klaus Gronemann steuert eines der DLRG-Boote.
Er sorgt mit seinem Team dafür, dass alle in Sicherheit sind: Klaus Gronemann steuert eines der DLRG-Boote. © Gerd Henke

Beim Weserschwimmen der DLRG trauten sich trotz kühler Temperaturen einige in die Weser. Das Schwimmen im Fluß bedeutet aber nicht nur Spaß, sondern ist auch ein leiser Protest.

Wesertal/Bodenfelde – Die ersten sind schon vor 10 Uhr bereit. Sie stehen in Badehose oder Badeanzug auf der Weserpromenade und bibbern leicht in sich hinein. Im 14 Grad kühlen Luftzug ist es hier oben am Fähranleger in Oedelsheim noch um zwei Grad kälter als unten im Wasser. Aber bevor die DLRG den Start freigibt, muss Klaus Gronemann noch die Bedingungen des nunmehr elften Weserschwimmens erläutern. Das Wichtigste: Alle Teilnehmer sollen sich innerhalb der von den DLRG-Booten abgesicherten Bereiche bewegen.

Respekt vor dem Schwimmen im großen Fluss haben sie alle. Die Wassertemperatur, die nun doch deutlich unterhalb einer angenehmen Badetemperatur liegt, die unablässige Strömung sowie kreuzende Weserfähren bergen Gefahren, die es zu beachten gilt. Für Tanja und Suse ist das Weserschwimmen deshalb auch „ein kleines Abenteuer“.

Riesenspaß beim Schwimmen in der Weser – Auch Urlauber waren dabei

Die beiden Frankfurterinnen sind zu Besuch in Oedelsheim. „Den Spaß wollten wir uns nicht entgehen lassen“, sagen sie und wagen sich dann mit den anderen 30 Mutigen in die Fluten. Wenn dann etwas später das von Klaus Gronemann gesteuerte Boot mit den Presseleuten an ihnen vorbeigleitet, dann bestätigen sie alle, dass es nach der Überwindung dann doch ein „Riesenspaß“ ist.

Aber auch ein kalter. Und so gehen an der ersten Station am Anleger in Gieselwerder die „etwas leichter bekleideten“ wieder an Land und werden von den DLRG-Helfern mit wärmenden Decken in Empfang genommen. So auch Susann aus Berlin. Sie macht mit ihrer Freundin Urlaub in der Region und genießt die „entschleunigten Tage an der Weser“. Da habe heute Morgen das Schwimmen „einfach dazugehört“.

Es kostet eine gewisse Überwindung: Beim Weserschwimmen haben sich insgesamt rund 40 Menschen in den Fluss getraut, obwohl alles andere als sommerliche Temperaturen herrschten.
Es kostet eine gewisse Überwindung: Beim Weserschwimmen haben sich insgesamt rund 40 Menschen in den Fluss getraut, obwohl alles andere als sommerliche Temperaturen herrschten. © Gerd Henke

Für Anja aus Hann.Münden geht es aber weiter. Im Neoprenanzug sind die elf Flusskilometer von Oedelsheim bis zum Anleger in Wahmbeck eben doch in ein paar Grad wohligerem Zustand zu schaffen. Weil in Gieselwerder ebenso wie am Wohnmobilstellplatz in Lippoldsberg und am Kanuanleger Bodenfelde noch weitere Unerschrockene einsteigen, zählt die DLRG am Ende rund 40 Weserschwimmer an diesem Sonntag. Für die, die es bis Wahmbeck geschafft haben, warten dort heißer Kaffee, Waffeln und Bratwurst.

Für die DLRG ist das Weserschwimmen von Beginn an „immer auch ein stiller Protest gegen die Versalzung der Weser gewesen“, sagt Hans-Joachim Kerl von der DLRG Bodenfelde. Zwar sei die Wasserqualität etwa besser geworden, „aber es gibt immer noch Potenzial nach oben“, sagt Kerl. Grund für die Belastung ist der Kalibergbau in Osthessen und Thüringen. Bis 2027 sollen hier noch salzhaltige Abwässer in die Werra geleitet werden können. (Gerd Henke)

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