Teilnehmer warten auf ihr Geld

Dragonheartbattle in Trendelburg: Veranstalter meldet Insolvenz an

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Er nennt sich selbst den "Masterchief": Organisator Joachim von Hippel war 2016 in Trendelburg mit dem Quad auf der Strecke unterwegs.

Trendelburg. Die Firma PAS-Team aus Bad Kissingen, die in den vergangenen zwei Jahren den Extrem-Hindernislauf Dragonheartbattle in Trendelburg veranstaltet hat, hat Insolvenz angemeldet. 

Der für November geplante Lauf mit angeblich 600 Teilnehmern war kurzfristig abgesagt worden. Bereits am 30. November hatte Geschäftsführer Joachim von Hippel den Insolvenzantrag beim Amtsgericht Schweinfurt eingereicht. Das bestätigt der Würzburger Rechtsanwalt Peter Roeger, der mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung beauftragt ist. Er geht davon aus, dass „in ein bis zwei Monaten“ über die Insolvenz entschieden wird. Bis dahin prüfe er, ob genug Vermögen für die Verfahrenskosten da und eine Insolvenz gerechtfertigt sei.

Was das für die Sportler bedeutet, die für den Trendelburger Lauf eine Teilnahmegebühr von bis 70 Euro gezahlt haben, ist offen. Laut Roeger können sie ihre Forderungen anmelden, wenn über die Insolvenz entschieden wurde.

In einem Haftungsausschluss, den die Sportler vor dem Lauf unterschreiben müssen, heißt es, dass keine Regressansprüche „bei höherer Gewalt, Verlegung oder Ausfall der Veranstaltung“ möglich seien. „Da müssten Gerichte klären, ob es sich hier nicht um eine einseitige Benachteiligung der Teilnehmer handelt, die zur Unwirksamkeit der Klausel führt“, sagt der Hofgeismarer Rechtsanwalt Rainer Klier.

An die Stadt Trendelburg hatte die Firma PAS-Team bislang keine Forderungen gestellt. In einer Stellungnahme zur Absage des Laufes hatte der Veranstalter mitgeteilt, man wolle deren Regresspflicht prüfen. Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann bestätigt derweil, dass sich bei der Stadt mehrere Veranstalter gemeldet haben, die einen ähnlichen Lauf im kommenden Jahr organisieren wollen.

Mehrere Anfragen der HNA hat von Hippel bislang nicht beantwortet.

Hintergrund: Mitarbeiterin entschuldigt sich

Anfang November waren gegen eine Mitarbeiterin der Firma PAS-Team Vorwürfe laut geworden, sich im sozialen Netzwerk Facebook rassistisch geäußert zu haben. Daraufhin hatte die Stadt Trendelburg sich öffentlich vom Veranstalter des Dragonheartbattles distanziert. Dazu hat sich das Unternehmen inzwischen geäußert. Den Vorfall, bei dessen Schilderung die Frau einen dunkelhäutigen Mann als „schwarzen Affen“ bezeichnete, räumte sie ein, betonte aber, dass die Aussage „in keiner Weise auf alle Menschen mit dunkler Hautfarbe bezogen oder als Abgrenzung oder Ausgrenzung zu verstehen sei“. Sollte das so verstanden worden sein, täte ihr die Formulierung leid.

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