Hochsaison in den drei Biokompostierungsanlagen des Kreises

Ab auf den großen Haufen: Gerald Kehl aus Melsungen lädt für einen Freund aus Lohfelden dessen Gartenabfälle in der Biokompostierungsanlage ab. So wie er bringen jetzt Hunderte Hobbygärtner ihren Grünschnitt auf eine der drei Biokompostierungsanlagen des Landkreises, der daraus über 20 000 Tonnen Kompost und Pflanzerden macht oder das Grünzeug zu Biogas vergärt. Fotos: Stier

Lohfelden / Hofgeismar /Fuldatal. In Hunderten Gärten des Landkreises wird jetzt im Herbst gesägt, zurückgeschnitten, ausgelichtet und geschreddert was das Zeug hält. Für die Biotonne sind die Mengen an Grün- und Heckenschnitt viel zu groß.

Für die drei Biokompostierungsanlagen des Landkreises Kassel ist damit die Hochsaison des Jahres angebrochen, denn in Lohfelden-Vollmarshausen, Hofgeismar und Fuldatal werden die Hobbygärtner ihren Baum- und Strauchschnitt sogar kostenlos los.

„Das ist ein Superservice, der sehr gut angenommen wird“, sagte Uwe Pietsch, Leiter des Eigenbetriebes Abfall beim Landkreis Kassel. Auch die Pkw-Fuhre Rasenschnitt ist mit einem Abgabepreis von 3 Euro günstig.

Stephan Margraf, Leiter der Kompostierungsanlage in Vollmarshausen, nimmt den Grünschnitt aus den heimischen Gärten mit Kusshand, schließlich ist das ein wertvoller Rohstoff, der sich wieder zu klingender Münze machen lässt.

Etwa 42.000 Tonnen Bioabfälle werden im Landkreis jedes Jahr allein über die Biotonne eingesammelt, rund 23 000 Tonnen verlassen die Sammelstellen wieder als hochwertiger Kompost und veredelt zu verschiedenen Pflanzerden.

Hinzu kommen 12.000 Tonnen aus dem Werra-Meißner-Kreis und 13.000 Tonnen aus der Stadt Kassel, die in der Biovergärungsanlage in Vollmarshausen zu 1,5 Millionen Kubikmeter Methangas verwandelt werden. Damit werden zwei Blockheizkraftwerke Lohfeldens befeuert, die so Strom und Wärme für Schule und Verwaltung erzeugen.

Unkrautsamenfrei und gut riechend: Stephan Margraf, Leiter der Anlage in Vollmarshausen, zeigt den Kompost.

Die Vorteile für alle Seiten seien beachtlich, denn das Grün ist Gold wert, rechnet Betriebsleiter Pietsch vor. Der Verkauf von Kompost und Pflanzerden und der Verkauf von Bioenergie spülen soviel Geld in die Kreiskasse, dass die Müllbeseitigung hier zum Nullsummenspiel wird. Und das, obwohl die Müllabfuhr im Landkreis mit 15,30 Euro und Monat konkurrenzlos preiswert ist. Immerhin sind da Restmüll, Bio- und sogar Sperrmüll drin enthalten.

Kreissprecher Harald Kühlborn: „Der Eigenbetrieb Abfall finanziert sich komplett selbst und braucht keinen Zuschuss aus dem Kreishaushalt.“

Und die bequeme Entsorgung hat auch einen weiteren Nebeneffetkt: Weil die Hobbygärtner ihre Grünabfälle hier umsonst oder sehr billig abladen können, ist das wilde Deponieren in der Natur stark zurückgegangen.

Jetzt ist Zeit für den Heckenschnitt

Um die heimischen Brutvögel zu schützen ist der Rückschnitt von Bäumen, Sträuchern und Hecken von März bis 30. September untersagt. Seit Beginn des neuen Monats können die Gartenfreunde nun damit beginnen, ihre grünen Oasen winterschick zu machen.

Hier werden sie ihre Bioabfälle los

- Entsorgungszentrum Kirschenplantage in Hofgeismar, Kirschenplantage 1 - Biokompostierungsanlage Fuldatal, Gut Eichenberg 12 in Fuldatal-Rothwesten - Biokompostierungsanlage Lohfelden, Sandwiesen 5 zwischen Vollmarshausen und Niederkaufungen

Öffnungszeiten für alle drei: montags bis donnerstags von 7.45 bis 16 Uhr, freitags von 7.45 bis 14.30 Uhr.

Mehr Infos zu den Entsorgungswegen und dem Verkauf von Kompost und Erden: 0561 - 1003-1133 oder www.abfall-kreis-kassel.de

Von Thomas Stier

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