Drei Lkw mit Spenden aus Kreisteil für Rumänien

Der kleine Junge sitzt auf Säcken voll warmer Kleidung: Die braucht die Bevölkerung von Balan dringend für den nahenden Winter. Fotos:  Privat

Ostheim/Westuffeln. Seit 2008 schon bringen die beiden Landwirte Ottmar Rudert (Ostheim) und Günter Rüddenklau (Westuffeln) Hilfsgüter in arme Regionen Südosteuropas.

Seit Kurzem sind die beiden von ihrem jüngsten Transport wieder zurück. „So viele Hilfsgüter wie diesmal hatten wir noch nie zuvor“, sagt Rudert.

Es waren drei große Sattelzüge, die voll mit Bekleidung, Schuhen, Fahrrädern, Kinderspielsachen und haltbaren Lebensmitteln in das rumänisch-moldawisch-ukrainische Grenzgebiet gebracht wurden.

Dort gebe es bereits ein Netzwerk, das sich zuverlässig um die Verteilung der Güter kümmere, sagt Ottmar Rudert. Diesmal wurden die Lkw in der Umgebung der Bergarbeiterstadt Balan sowie in den Regionen von Cluj (Klausenburg), Sibiu (Hermannstadt) und Petrosani (Petroschen) entladen.

In Sibiu sind die Hilfsgüter aus Deutschland in der Kleiderkammer der evangelischen Kirchengemeinde eingelagert worden. Sie sollen von dort aus bis zum Weihnachtsfest verteilt werden. Mitglied dieser Kirchengemeinde ist übrigens der vor einem Jahr gewählte neue Staatspräsident Rumäniens, Klaus Johannis. Rudert und Rüddenklau nahmen am Totensonntag am Gottesdienst in dieser Gemeinde teil. „Die Leute sprechen alle deutsch und die Freude über unseren Hilfstransport war groß“, sagen sie.

Arbeitslosenquote 80 Prozent

Rumänien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union „Seitdem ist mit EU-Förderung sicher einiges passiert“, sagt Ottmar Rudert. So seien in den vergangenen Jahren viele Straßen neu gebaut worden und die oberen Schichten der Bevölkerung hätten profitiert. „Aber unten ist das noch nicht angekommen, in vielen Gegenden herrscht noch bittere Armut.“ So belaufe sich die Arbeitslosenquote in manchen Orten auf 80 Prozent. Als Beispiel führt Rudert das Kupferbergwerk in Balan an. Da arbeiteten früher ein paar tausend Menschen und heute gerade noch 150. „Die Menschen wohnen auf dem Reichtum in der Erde, aber haben nichts davon.“

Die Helfer aus Deutschland sehen das an den Häusern, die manchmal eher Baracken gleichen und wo oft die Haustüren fehlten. Und manche Kinder tragen auch bei Kälte nur Sandalen. Da kommen die Schuhe, die der Transport mitbringt, die warme Kleidung, die Fahrräder und auch die Spielsachen gerade recht. Und als ein alter Mann die Deutschen um 50 Lei (= 12,50 Euro) bat, um ein Hörgerät reparieren zu können, da haben sie ihm das Geld - und etwas mehr - gegeben.

Große Freude herrscht in Kindergärten ebenso wie in Altenheimen, wenn die Spenden aus Deutschland verteilt werden. „Möglich ist das aber nur, weil bei uns im Kreisteil Hofgeismar die Bereitschaft zum Spenden so groß ist“, sagen Rudert und Rüddenklau Das gelte nicht nur für Sach-, sondern auch für Geldspenden. Letztere werden benötigt, um den großen Lkw-Transport zu finanzieren. Die Spedition aus Rumänien ist damit mehrere Tage unterwegs.

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