Wie Ehepaar Ochs mit Traktor und Bauwagen in sechs Monaten 21 Länder bereist

Mit 40 PS durch Europa

Auffallend knallig: Das neue Rot lässt den Traktor der Marke „Zetor“ 5011 im neuen Glanz erstrahlen. Der Beifahrersitz für Barbara Ochs wurde zusätzlich eingebaut, damit sie ihren Mann auf der großen Europatour auch begleiten und ihm assistieren kann. Foto: Nolte

Hofgeismar. Jeder Mensch hat Träume, doch sie zu verwirklichen gelingt den wenigsten. Dass jeder seinen Traum tatsächlich leben kann, beweisen Barbara und Dieter Christian Ochs aus Carlsdorf. Das Ehepaar wird mit einem alten 45 PS Traktor der Marke Zetor aus Tschechien für sechs Monate seine Europatour starten. Los geht es am 3. April 2011, an ihrem 35. Hochzeitstag.

Doch bevor das abenteuerlustige Paar seine Europatour starten wird, mussten sie ersteinmal in den Besitz eines Traktors kommen. Mit Glück und Beziehungen wurden sie fündig und kauften das Landgefährt über einen Bauer aus Deisel. Der Haken: Der Traktor stand in Thürigen und befand sich in einem desolaten Zustand. Dennoch haben die Ochs ihn gekauft und überführen lassen. „Nach 14 Tagen war er bei uns und wir wussten, dass allerhand zu tun war. Obwohl wir kaum Ahnung von Technik haben“, erinnert sich Barbara Ochs.

Dein Name sei Vagabund

In drei Jahren motzte das Ehepaar mit viel Liebe zum Detail und in mühevoller Handarbeit den völlig verdreckten und verrostetet Zetor wieder auf. Jetzt erstrahlt der Vagabund, wie sie ihn zärtlich nennen, in neuem Rot und die Fenster der großen Kabine blitzen im Sonnenlicht. Aber irgendetwas fehlte. Nur mit einem Traktor ist der geplante Trip von 18000 Kilometer nicht möglich. Ein Wohnwagen musste her, der als Schlaf- und Campingmöglichkeit dienen soll. „Aber für uns kam kein normaler in Frage“, erzählt Ochs, „wir wollten etwas Besonderes, etwas, das zu unserem Vagabunden passt.“ Über ein Auktionshaus im Internet ersteigerten sie für 2000 Euro einen 47 Jahre alten Bauwagen aus Holz.

Diesen baute Familie Ochs in zwei Jahren Arbeit in einen gemütlichen und komfortablen 10 Quadratmeter Wohnwagen um und tauften ihn auf den Namen „Tante Paula“. „Wir sind schon während der Renovierung des Bauwagens im Kopf auf Reise gegangen und können es kaum erwarten nächstes Jahr zu starten“, berichtet der 60-jährige, der zusammen mit seiner 65-jährigen Frau einen Senioren- und ambulanten Pflegedienst leitet. Für beide ist es der Kick des Lebens, der viele neue Herausforderungen und eine enorme Horizonterweiterung für sie darstellt. Doch im Mittelpunkt steht für beide nach wie vor die Freude an dem ungewöhnlichen Trip.

Hessen-Botschafter

Die Tour beginnt in Skandinavien, von wo es weiter nach Litauen, Lettland und Polen geht. Von dort fahren sie in die Beneluxländer, Frankreich, Spanien, Italien und die Schweiz bis sie im Oktober wieder in Nord-Hessen ankommen. Und weil beide so sehr ihre Region lieben, aus der sie kommen, wollen sie als Hesssische „Botschafter“ unterwegs sein. „Wir werden Flyer in verschiedenen Sprachen auf unserer Reise verteilen, um unsere schöne Nord-Hessen-Region bekannter zu machen und für sie werben“, erklärt Ochs. Na dann gute Fahrt und eine schöne Zeit.

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