Im Feuerwehrhaus Calden fehlen Duschen – Ohne Umbau drohen Austritte

Fast fertig: Das umgebaute Feuerwehrhaus in Fürstenwald.

Calden. Frauen sind in den Feuerwehren im Kommen - in Calden aber möglicherweise nicht mehr lange. Denn dort sind zwar zehn der 45 Aktiven Frauen, also fast ein Viertel, doch eigene Duschen, Toiletten und Umkleideräume haben sie nicht.

Mit der Folge, dass sie jetzt die Wehr zu verlassen drohen, wie Gemeindebrandinspektor Robert Homburg den Gemeindevertretern in deren Sitzung am Donnerstag berichtete: „Wenn sich nichts ändert, werden wir diese zehn Kräfte verlieren“.

Das war der Knackpunkt in Homburgs fast einstündigem Bericht über den aktuellen Bedarfs- und Entwicklungsplan der Freiwilligen Feuerwehren in Calden.

Das 1982 eingeweihte Haus an der Caldener Flugplatzstraße wurde in einer Zeit errichtet, als an Frauen in der Feuerwehr noch nicht zu denken war. Deshalb gibt es nur einen gemeinsamen Umkleide- und Duschraum und nur Toiletten für Männer. Dadurch kommt es nach Einsätzen immer wieder zu Problemen, wenn Männer und Frauen duschen und sich umkleiden wollen. Die Frauen beschweren sich über diesen Zustand, berichtet Homburg.

In anderen Ortsteilen wurde das Problem durch Um- und Neubauten gelöst. Lediglich in Obermeiser ist es ähnlich, weil dort ebenfalls noch ein separater Umkleideraum für Frauen fehlt. Dort wäre das Problem aber relativ kostengünstig durch einen Anbau an dem ohnehin zu kleinen Feuerwehrhaus zu lösen, das nur eine Fahrzeugbox hat, aber mindestens zwei und dazu noch eine Werkstatt braucht.

In Calden ist eine kleine Lösung aber nicht machbar, der Platz ausgereizt. Dort lässt sich zusätzlicher Sanitärraum nur gewinnen beispielsweise durch Umbau eines Teils der Fahrzeughalle, die dann an der anderen Seite um eine Box verlängert werden müsste. Das kann schnell das Vier- bis Fünffache dessen kosten, was in Obermeiser nötig wird. Zudem regt die Wehr an, den Bau wegen der hohen Heizkosten zu isolieren.

Vor dem Hintergrund des drohenden Duschstreiks und der hohen Zahl an Feuerwehrleuten unter den Zuhörern gab es in der folgenden Haushaltsdebatte einhellige Zustimmung zu einem Antrag der FWG – mit ihm wurde die Haushaltssperre aufgehoben, mit der bisher die 20 000 Euro Planungskosten für das Feuerwehrhaus Calden belegt waren, um zur Haushaltskonsolidierung beizutragen. (tty)

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