Eon-Kunden können jetzt Stromverträge kündigen

Neuer Energieversorger EAM: Wechsler müssen warten

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Noch im Entstehen: Momentan läuft das so genannte Rebranding, also die Umbennung von Eon Mitte in EAM. Unser Foto zeigt Geschäftsführer Thomas Weber (links) und Georg von Meibom (rechts) mit Aufsichtsratsvorsitzendem Robert Fischbach bei der Logopräsentation im März.

Trendelburg. Mehrere Tausend Kunden haben bereits Interesse gezeigt, künftig ihren Strom vom neuen kommunalen Energieversorger EAM zu beziehen. Das bestätigt EAM-Sprecher René Schneider. Dank einer Vertragsänderung haben Kunden des Energieversorgers Eon derzeit die Möglichkeit, aus ihren Verträgen herauszukommen. Aber: Die EAM bietet noch gar keinen Strom an.

Dabei geht es um Kunden der Eon Energie, also des Stromanbieters. Dieser ist von der Rekommunalisierung des Netzunternehmens Eon Mitte nicht betroffen. Das bedeutet: Wer seinen Strom bei Eon kauft, bleibt dort auch Kunde – es sei denn, er kündigt.

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Das ist nun möglich. Denn Eon-Kunden wie der Trendelburger Hermann-Josef Schmitz haben Post bekommen. Der Energieversorger hat nämlich seine Allgemeinen Stromlieferbedingungen (AGB) auf den neuesten Stand gebracht. Das ist eine Formalität, führt aber dazu, dass Kunden zum 30. Juni kündigen können.

Für den 60-Jährigen wäre ein Wechsel zur neuen EAM durchaus eine Option – wenn sie preislich attraktiv ist, sagt er. Doch die EAM hat zwar den Aufbau eines Stromvertriebs angekündigt, aber erst „ab dem Sommer“. Ein Datum gibt es nicht. Auch die Preise des kommunalen Energieversorgers sind noch unklar. „Ich fühle mich von der EAM nicht richtig informiert“, sagt Schmitz. Das liegt aber offenbar nicht am fehlenden Willen. Bei der EAM ist man schlicht noch nicht soweit. „Wir sind in einer Art Entwicklungsphase“, sagt Unternehmenssprecher Schneider. Vieles müsse noch geklärt werden.

In solchen Fällen wie bei Schmitz bestehe aber grundsätzlich die Möglichkeit, „das Sonderkündigungsrecht zu aktivieren und sich in die Grundversorgung fallen zu lassen“. Das bedeutet: Wenn Kunden ihre Verträge kündigen, übernimmt automatisch der Energieversorger mit den meisten Kunden in der Gegend die so genannte Grundversorgung. Die ist preislich weniger attraktiv, doch im Gegensatz zu Verträgen monatlich kündbar. Kunden, die aus Prinzip auf die neue EAM setzen oder sich alle Optionen offenhalten wollen, müssen also zumindest keine Angst haben, dass bei ihnen das Licht ausgeht. Mit einer Tatsache müssen sie sich allerdings abfinden: Ob die neue EAM der Eon und der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF) Konkurrenz machen kann, wird sich erst zeigen müssen.

Von Göran Gehlen

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