"Halber Aprilscherz"

Vorgeschichte des Theaterstücks "Perpetuum mobile" entdeckt

Inszeniert: Das Finden und Bergen der Schatzkiste während der Bauarbeiten im Hafenbecken. Foto: Bad Karlshafen GmbH/nh

Bad Karlshafen. Das Mitteilungsblatt Bad Karlshafen berichtete vom Fund einer Schatzkiste im Hafen - ein Aprilscherz. Doch etwas Wahrheit steckt doch drin. 

Einige Leser des Mitteilungsblattes für Bad Karlshafen dürften sich am vergangenen Samstag gewundert haben. Von einem Fund im Hafen ist da die Rede, der entscheidend für die Energiewende sein könne. Die Meldung berichtet von einer Kiste, gefunden bei den Bauarbeiten im Hafenbecken. Sie enthielt Papierrollen, eine davon datiert auf den 19. Juli 1724.

Erste Nachforschungen von Experten hätten ergeben, dass die Aufzeichnungen Johann Bessler zuzuordnen seien und die Bauanleitung für sein Perpetuum mobile enthielten. Das ließ man im Bericht Bürgermeister Marcus Dittrich erklären. Sollten die Zeichnungen einen funktionsfähigen Nachbau des „ewigen Rades“ erlauben, könne dieser „eine unendliche Energieerzeugung sicherstellen“.

Dass das gedruckte Mitteilungsblatt am Samstag, dem 31. März erschien, mag die Enttarnung als Aprilscherz erschwert haben, Internetnutzer, die einen Tag später die Meldung bei Facebook teilten und kommentierten zeigten sich amüsiert, ließen sich jedoch nicht aufs Glatteis führen.

Allerdings ist der Bericht auch mehr als ein Aprilscherz - er ist die Vorgeschichte des Theaterstückes „Perpetuum mobile - Eine Stadt im Rausch“, das am 24. Mai in Bad Karlshafen Premiere feiert. Der hypothetische Fund und der Nachbau des 3,50 Meter großen Rades sind Ausgangspunkt für die Inszenierung des Berliner Theaters Anu.

Bereits zwei Monate vor der Premiere wurde nun also die Handlung des Stückes in Gang gesetzt, dabei spielten die Macher bewusst mit dem Datum des ersten April.

Von einem „halben Aprilscherz“ ist daher in der Mitteilung der Bad Karlshafen GmbH die Rede. Die Kiste ist erfunden, ihr Fund inszeniert. Aber: Johann Bessler (1681-1745) lebte von 1721 bis 1745 tatsächlich in Karlshafen und tatsächlich hat er immer wieder sich scheinbar ohne Energiezufuhr ständig drehende Räder konstruiert, unter anderem für den Landgrafen Carl in Kassel. 

Auch wurden seine Werke von Wissenschaftlern seiner Zeit mitunter bestätigt. Immer wieder hat er seine Erfindungen allerdings auch selbst zerstört.

In Bad Karlshafen wird man also voraussichtlich die globalen Energiefragen nicht lösen können. Aber man darf auf eine Theaterinszenierung im Stadtraum gespannt sein, die die Ideen einer Einwohnerpersönlichkeit aufgreift, die bis heute viele Menschen faszinieren.

Premiere am 24.Mai 2018, öffentl. Generalprobe 23.5., weitere Aufführungen: 25., 26. uns 31. Mai 2018 sowie 1. und 2. Juni 2018 jeweils um 20.30 Uhr.

Einzelkarte (24 Euro) oder Dauerkarte (50 Euro) bei der Tourist Information Bad Karlshafen am Rathaus, Tel. 05672/9999-22.

Informationen zum Pr ojekt und Hintergründe auf www.bad-karlshafen-tourismus.de

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