Teilregionalplan Energie Nordhessen

Regierungspräsidium sieht Stellungnahmen zum Energieplan positiv

Naturraum Reinhardswald
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Sorgen um den Naturraum Reinhardswald: Vor dem Eingang des Regierungspräsidiums entfalteten die Mitglieder der Bürgerinitiativen ihre Spruchbänder und Transparente.

Hofgeismar. 3600 Einwendungen gegen den Teilregionalplan Energie Nordhessen haben die Bürgerinitiativen der Region am Donnerstag im Regierungspräsidium Kassel übergeben.

Die Stellungnahmen werden nun vom Dezernat 21 - Regionalplanung - erfasst, sortiert und zu einer Beschlussvorlage für die Regionalversammlung zusammengefasst. Die Frist zur Offenlegung des Planes endet am kommenden Montag, 27. Mai. Beim RP rechnet man damit, dass es nach den Sommerferien zu einer zweiten Offenlage kommen wird. „Was dann vorgelegt wird, wird trennschärfer sein“, sagt Pressesprecher Michael Conrad. Der Zeitplan sei, dass danach - also noch in diesem Jahr - der Teilregionalplan Energie von der Regionalversammlung beschlossen werden kann.

Ziel bleibt es, dass zwei Prozent der Landesfläche in Hessen für Windeenergie bereit gestellt werden. Nach der jetzigen Planung reichen die bislang vorgesehenen Flächen im Reinhardswald für maximal etwa 60 Windräder, sagt Conrad. Wieviel am Ende aber wirklich gebaut werden, sei auch Sache der Investoren und Betreiber.

Schwelle liegt tiefer

Der RP-Sprecher wertet das öffentliche Beteiligungsverfahren als großen Erfolg. Mit der Möglichkeit, Stellungnahmen auch Online abgeben zu können, habe die Behörde einen neuen Weg der Bürgerbeteiligung beschritten. „Die Schwelle für die Bürger liegt jetzt wesentlich tiefer und das ist gut so“, sagt Conrad, „denn die Bürger haben ja in jedem Fall ein berechtigtes Anliegen.“

Für die sechs Bürgerinitiativen, die die 3600 Einwendungen übergaben, soll die Protestaktion vor dem Regierungspräsidium erst der Anfang gewesen sein. Man werde weiter für den uneingeschränkten Erhalt des Märchenlandes Reinhardswald, „seine Geschichtszeugnisse, seine Natur und seine kulturelle Identitätsstiftung eintreten“, heißt es in einem Offenen Brief der BI Pro Reinhardswald an die Politik. Derzeit beobachte man „einen völlig kopflosen Aktionismus hinsichtlich des Ausbaus regenerativer Energieerzeugung“. Eine ökologisch unbedenkliche Energieerzeugung könne nur gelingen, „wenn die Menschen auf diesem Weg mitgenommen werden“. Denn die Energiewende sei eine Gemeinschaftsaufgabe und kein Profilierungsobjekt für Politiker zum Selbstzweck, heißt es in dem offenen Brief weiter.

Von Gerd Henke

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