180 Besucher feierten gemeinsam

Ein märchenhafter Gottesdienst in der Weseraue

 Gottesdienst des Kirchspiels Lippoldsberg-Gewissenruh-Gottstreu in der Weseraue.
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Musik unter freiem Himmel: Vier befreundete Bläser aus dem Wesertal begleiteten den Gottesdienst musikalisch.

Wenn ein Ausflug in die Welt der Brüder Grimm ansteht, dann darf die Kulisse ruhig ebenso märchenhaft sein.

Gottstreu - Nicht weit entfernt von der Weser unter alten Bäumen im üppigen Grün des Frühsommers fand der diesjährige Märchengottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden des oberen Wesertals statt. 180 Besucher waren der Einladung an die Grillstation zwischen Gottstreu und Weiße Hütte am Sonntagvormittag gefolgt – einer Zusammenkunft, bei der auch wieder gemeinsam gesungen werden durfte.

Traditionell findet der Märchengottesdienst im Tierpark Sababurg statt: „Wegen der Pandemie mussten wir schon vergangenes und auch dieses Mal ausweichen“, berichtet Pfarrer Christian Trappe, der vor 22 Jahren die besondere Veranstaltung ins Leben gerufen hat. Für die Grillstation habe man sich entschieden, da es ein idyllisches Fleckchen sei und diese von den beteiligten Kirchengemeinden aus gut erreichbar wäre, wirkten doch neben den Wesertalern auch jene aus Reinhardshagen mit.

„Es tut einfach gut, endlich mal wieder mit anderen zusammenkommen zu dürfen“, bemerkte Elke Schulten aus Gottsbüren. Nach der langen Pause sei es zudem ein schönes Erlebnis gewesen, gemeinsam ein Lied anstimmen zu können. Dass dafür Masken getragen werden mussten, fand sie nicht schlimm. Weil die Gottesdienstbesucher teilweise sehr dicht nebeneinandersaßen, hatte Trappe sich für diese Vorsichtsmaßnahme entschieden.

Zudem war das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Betreten des Platzes Pflicht, wollte man doch der Gästeanzahl wegen auf der sicheren Seite sein. Und wie bisher üblich, musste auch jeder am Eingang seine Kontaktdaten angeben. „Das sind Kleinigkeiten, die mich nicht stören – immerhin ist hier ja einiges los“, meinte Jens Rudolph aus Gottstreu. „Mein Sohn ist einer der Konfirmanden, die heute den Gottesdienst mitgestaltet haben.“

Tatsächlich hatte Trappe gleich zwei Fliegen mit einer Klappegeschlagen: Einerseits stellte er die zwölf Jungen und Mädchen seines Kirchspiels vor, die kommende Woche konfirmiert werden, andererseits hatte er diese zum Mitwirken motiviert. Passagen aus dem Märchen „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ wurde von den Jugendlichen aufgeführt, während zwischen den Spielszenen eine Erzählerin die Rahmenhandlung präsentierte.

Für diese grimmsche Werk hatte sich der Initiator der Märchengottesdienste entschieden, da sich „in den Entwicklungen um den Jungen mit der Glückshaut auch das Abenteuer des Erwachsenwerdens widerspiegelt“. Er machte deutlich, dass es viele Gemeinsamkeiten zwischen der Bibel und Märchen gebe. Auch Kollegen meldeten sich zu Wort. So etwa Siemon Diederich, der mit den Worten von Hans Christian Andersen, den Bogen zwischen Glauben und Märchen schlug. (Tanja Temme)

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