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Bericht aus Russland: "Es war eine wahnsinnige Explosion"

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Mila Sosnovskich.
Mila Sosnovskich.

Hofgeismar. Am Freitag wurden am russischen Uralgebirge 1200 Menschen durch die Druckwelle eines Meteoriteneinschlags verletzt. Die Deutschlehrerin Mila Sosnovskich aus Tscheljabinsk, die mit dem Hofgeismarer Ehepaar Peter und Barbara Karger befreundet ist, schickte jetzt diesen Erlebnisbericht.

„Am Freitag hatte ich die zweite Stunde Unterricht, es war 9.20 Uhr. Da wurde es so hell im Zimmer, tausendmal heller als beim Sonnenschein. Ich habe gedacht: etwas ist mit der Stromleitung los, habe sofort Licht ausgeschaltet, PC ausgeschaltet und da folgte eine wahnsinnige Explosion, dann noch eine und überall sind Fensterrahmen und Fensterscheiben geflogen. Viele Kinder wurden vom Glas verletzt. Gott sei dank ist keiner tot!

Die Kinder haben geweint und geschrieen, ich habe sie nicht aus dem Zimmer gelassen, wollte zuerst selbst gucken, ob die Treppen in Ordnung sind. Dann sind wir alle rausgegangen. Am Himmel war eine riesige Rauchschleife zu sehen, fast eine Stunde lang.

Draußen war es minus 18 Grad und viele waren nur in T-Shirts, keiner wollte in die Schule zurück, um in der Garderobe die Sachen zu holen. Alle hatten Angst. Viele weinten ohne Unterlass. Oder schrieen ganz verrückt.

Ich bin ganz schnell in den Kindergarten gelaufen, um unser Kind Mischa abzuholen. Im Hof habe ich schon gesehen, dass alle drei Fenster im Spielraum weg waren.

Vorahnung rettete Kinder

In die Gruppe gekommen, habe ich Kinder weinen gehört, unser hat am lautesten geweint. Die Kindererzieherin war erschrocken, ganz blass und hat gesagt, dass sich alle Kinder nach dem Frühstück im Spielraum beschäftigten. Eine Minute vor der Katastrophe hat sie die Kinder ins Schlafzimmer gebracht (sie weiß bis jetzt selbst nicht warum und wozu!) und das hat alle Kinder gerettet! Gott sei Dank!“ (tty)

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