Energiegenossenschaft Reinhardswald hatte schwierigen Stand

Nachdenklich: (von links) Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann, SPD-Landtagsabgeordneter Timon Gremmels, Landtagskandidat der Grünen, Rolf Schließmann und Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor.

Der Wind, der im Binnenland weht, ist für die Erzeugung von Strom eigentlich gar nicht geeignet. „Er bläst zu selten, zu schwach, zu unbeständig“, sagt Dr. Nikolai Ziegler, Volkswirt und Gestalter der Internetseite www.vernunftkraft.de.

Und wenn trotzdem immer mehr Windkraftanlagen gebaut werden, so liege das an dem verfehlten Subventionsmechanismus des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Der führe dazu, so Ziegler, dass „falsche Windenergieanlagen an falschen Orten gebaut werden“. Dieses verzerrte Investitionskalkül, „ist gegen die Natur und das Gemeinwohl gerichtet“.

Das sehen allerdings die Bürgermeister von neun Reinhaldswald-Anrainerkommunen anders und haben deshalb die Energiegenossenschaft Reinhardswald gegründet. Am Montagabend hatten sie einen eher schwierigen Stand - vor allem Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann. Das heimische Publikum konnte er nicht davon überzeugen, dass es richtig ist, dass die Genossenschaft sich um die von Hessen Forst für die Errichtung von Windkraftanlagen vorgesehenen Flächen bewirbt. Als Kommune habe sich Trendelburg entscheiden müssen, „ob wir uns gegen die Windkraft stellen, oder ob wir versuchen mitzumachen“. Das Parlament habe entschieden, mitzumachen und betreibe damit Realpolitik, so Bachmann.

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Ähnlich sieht es Oberwesers Bürgermeister Rüdiger Henne. Wenn denn die Windkraft als Unvermeidliches komme, dann sollten die Kommunen mit der Energiegenossenschaft dabei sein. Henne: „Dann will ich Schmerzensgeld für unsere Bürger.“

Man wolle keine Investoren aus Australien, pflichtete Danny Sutor, Bürgermeister in Grebenstein und Sprecher der Genossenschaft, seinen Amtskollegen bei. „Diejenigen, die unter den Anlagen zu leiden haben, sollen sich wenigstens beteiligen können“, sagt Sutor - und sei es mit Kleinbeträgen.

Wesentlich zurückhaltender ist indes Bad Karlshafens ehemaliger Bürgermeister Rolf Schließmann. Der Landtagskandiat der Grünen plädiert dafür, bei der Anlagenplanung sich jedes Objekt genau anzuschauen und zu prüfen, ob es notwendig in dem Sinne sei, dass es „eine Not abwendet“. Schließmann: „Aber diese Not sehe ich noch nicht.“ (geh)

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