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Energiekrise und steigende Kosten setzen Gastronomen unter Druck

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Von: Daria Neu

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In der Küche wird mit Gas gearbeitet: Carolin Brandner vom Gasthaus Brandner in Trendelburg steht fast jeden Tag am Herd. Die hohen Energiekosten machen auch ihr zu schaffen.
In der Küche wird mit Gas gearbeitet: Carolin Brandner vom Gasthaus Brandner in Trendelburg steht fast jeden Tag am Herd. Die hohen Energiekosten machen auch ihr zu schaffen. © Tanja Temme

Erst Pandemie, jetzt Energiekrise: Restaurant-Betreiber im Landkreis Kassel blicken sorgenvoll auf den Winter und fordern Unterstützung.

Kreis Kassel –Die Gastronomie ist bereits seit Beginn der Coronakrise stark gebeutelt. Und auch jetzt blicken viele Restaurantbetreiber im Kreis Kassel wieder mit Sorge Richtung Herbst und Winter. Diesmal seien es aber in erster Linie nicht die steigenden Coronazahlen, sondern die exorbitanten Energiekosten, die die Betriebe vor große Herausforderungen stellen, so das Fazit einer Umfrage.

Dehoga-Sprecher Oliver Kasties betont: „Die Energiekrise, die steigenden Kosten für Lebensmittel, der Mangel an Personal – unsere Branche hat viele Probleme zu bewältigen.“ Der Energiepreisdeckel sei ein wichtiges und notwendiges Signal, um den Betrieben eine gewisse Planungssicherheit zu geben. „Für Gastronomen ist das Thema besonders sensibel. Sie stehen am Ende der Kette.“ Soll heißen: Sie seien es, die die hohen Preise letztlich vom Kunden verlangen müssten. Und diese wolle man schließlich nicht verprellen.

Ein Spagat, den auch Carolin Brandner vom Gasthaus Brandner in Trendelburg, problematisch findet. „Wir müssen die Zulieferer bezahlen, wir müssen die Wäscherei bezahlen, wir müssen unsere Mitarbeiter bezahlen. Überall gehen die Preise durch die Decke und das betrifft uns selbstverständlich sowohl als Unternehmer als auch als Privatpersonen.“ Familie Brandner wolle natürlich weiterhin qualitativ hochwertige Speisen anbieten und den Gästen trotzdem ein bezahlbares Essengehen ermöglichen. Aber wie? „Noch haben wir die Speisekarte preislich nicht angepasst“, erklärt sie. Dies sei mit Blick auf Herbst und Winter aber wohl kaum zu vermeiden.

Lukas Frankfurth Gastronom
Lukas Frankfurth Gastronom © Hoffmann, Sascha

Auch Lukas Frankfurth, Betreiber des Parkhotels Emstaler Höhe, bestätigt: „Die Energiekrise trifft uns enorm.“ Zumindest sei er aber mit Blick auf die Coronalage recht positiv gestimmt. „Wir haben nach wie vor den Eindruck, dass viele Gäste bereit sind, Geld für einen Restaurantbesuch auszugeben.“ Wichtig sei nun, dass die Gastronomie in diesem Jahr von Pandemie-Beschränkungen verschont bliebe. Weihnachtsfeiern und Tagungen seien ein wichtiges finanzielles Standbein.

Die meisten nutzen Gas und Öl

Die Dehoga Hessen meldet, dass rund ein Drittel der Betriebe bereits Preissteigerungen von mindestens 50 Prozent für den Bezug von Gas ab Oktober erhalten hätten. Dabei heizten rund 63 Prozent der Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie mit Gas, 26 Prozent mit Öl. Die Energiekosten hätten sich zudem ohnehin schon im August zwischen 20 und 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erhöht. Bei den Stromkosten sähe die Lage nicht anders aus. (neu)

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