Neue Verordnung seit 1. August

Entwarnung in letzter Sekunde: Corona-Testzentrum Gieselwerder von zuviel Bürokratie bedroht

Bis zu 149 Personen ließen sich pro Tag im Webereimuseum Gieselwerder von einem Dutzend Helfern testen. Im Bild sind (von links) Apothekerin Dr. Susanne Morlang , Hannah Grimm , Petra Grütter-Meth, Sonja Warnecke , Astrid Verhaaren und Hildegard Gunkel-Becker .
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Bis zu 149 Personen ließen sich pro Tag im Webereimuseum Gieselwerder von einem Dutzend Helfern testen. Im Bild sind (von links) Apothekerin Dr. Susanne Morlang , Hannah Grimm , Petra Grütter-Meth, Sonja Warnecke , Astrid Verhaaren und Hildegard Gunkel-Becker .

Fast wäre am Mittwoch der letzte Tag des Corona-Testangebotes im Webereimuseum in Gieselwerder gewesen, doch kurzfristig konnte es weiter öffnen.

Gieselwerder - Die von den Mitarbeiterinnen der Brücken-Apotheke und den ehrenamtlichen Helferinnen schweren Herzens beschlossene Schließung wurde gestoppt, kurz bevor mittags die ersten Kunden vor dem Tor des Fachwerkhauses auftauchten. Das Angebot zum kostenlosen Testen ohne Anmeldung hatte am 13. März als eines der ersten im Kreisteil Hofgeismar geöffnet und bot an allen sieben Tagen der Woche von 13 bis 15 Uhr, wenn die nahe Brücken-Apotheke Mittagspause hatte, ein zusätzliches offenes Testangebot. Das wurde seither von 20 bis 50 Personen am Tag genutzt, einmal waren es sogar 149. Hinzu kamen Sondertermine für Gruppen, etwa für Hochzeiten oder ähnlichen Treffen mit Terminvorgaben.

Viele Kunden aus anderen Orten

Sie kamen nicht nur aus den Ortsteilen der Gemeinde Wesertal, darunter auch viele Radtouristen und Campingplatzgäste, sondern auch aus den niedersächsischen Orten Bodenfelde, Uslar, Offensen, Adelebsen und Göttingen, weil dort die Testangebote knapper waren und das Museum, wie ein Kölner Gast meinte, die schönste und netteste Teststelle überhaupt sei. Obwohl inzwischen für jeden Impfungen auch ohne langwierige Anmeldungen angeboten werden, gibt es nach wie vor einen deutlichen Bedarf nach Tests. Grund ist nach Angaben der Teststelle in Gieselwerder, dass in einigen Einrichtungen (darunter Altenheimen) sowie bei manchen Veranstaltungen und bei Reisen Testnachweise benötigt werden, da auch durch Geimpfte weiter Ansteckungsgefahr besteht.

Von der Realität überholt: Ein Schild wies auf die Schließung hin, die möglicherweise doch abgewendet ist. Das muss sich noch klären. Die Tests laufen erstmal weiter.

Die Stimmung im Team war trotz der vielen Arbeit gut und sie bekamen viele positive Rückmeldungen von den Bürgern. Die Bedingungen verschärften sich aber, wie die meist aus dem medizinischen Bereich stammenden Helferinnen feststellen mussten.

Neue Anforderungen

Zum 1. August trat eine neue Verordnung in Kraft, nach der die Corona-Warn-App eingesetzt werden musste und dazu war ein Vertrag zu unterzeichnen, den es am Stichtag noch gar nicht gab. Mit drei Wochen Verzögerung konnte der unbedingt nötige Vertrag unterschrieben werden. Das nächste Hindernis war, dass der nötige Internetanschluss im Museum zwar gebaut, aber noch nicht freigeschaltet war und zusätzlich wurde eine neue Bescheinigung des Gesundheitsamtes über die Eignung der Räume benötigt. Hilfe schien nicht in Sicht. „Eine Kraft hätte sich den ganzen Tag nur um so was kümmern müssen, das war nicht zu schaffen“, sagte Apothekerin Dr. Susanne Morlang.

Kurz bevor sie die Testkunden am Mittwoch hätten wegschicken müssen, tauchte die Teststelle Gieselwerder plötzlich wieder im Meldesystem auf, das Testen im Museum begann wieder. „Jetzt hoffen wir, dass das anhält und sich alles regelt“, meint Mitinitiatorin Hildegard Gunkel-Becker. Am Donnerstagmittag lagen noch keine neuen Informationen vor. (Thomas Thiele)

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