Ernteausfälle: Dürre schadet Landwirten

Hofgeismar. Die Ernte im Kreisteil Hofgeismar ist in diesem Jahr im Durchschnitt schlechter ausgefallen, als in den Jahren zuvor.

„Je nach Standort der Felder kam es zu Ertragseinbußen von bis zu 30 Prozent“, sagt Kreislandwirt Reinhard Rudolph. An schlechten Standorten haben Bauern 6 Tonnen Weizen je Hektar geerntet, an guten Standorten bis zu 10. Zum Vergleich: 2014 waren es auf weniger fruchtbaren Böden 7,5, auf fruchtbaren Feldern ebenfalls 10 Tonnen.

Der Grund für die vergleichsweise schlechtere Ernte waren die extrem trockenen Monate, vor allem der Mai und Juni. „Diese Zeit ist entscheidend für Weizen und Gerste“, sagt Rudolph. Für Mai fehlten im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen acht Jahre 60 Prozent der Niederschlagsmenge.

Der fehlende Regen macht sich besonders beim Grünland bemerkbar, wo die Erträge deutlich geringer sind als in den vergangenen Jahren. „Der erste Schnitt brachte schon etwa 20 Prozent weniger Ertrag, der zweite 40 Prozent, auf manchen Flächen noch weniger“, sagt der Kreislandwirt. „Deshalb sind die Milchviehbetriebe zurzeit unsere Sorgenkinder.“ Gras sei die Futtergrundlage für Rinder und Kühe. Sogar eine Futterbörse, bei der sich Landwirte mit Grünfutter für ihre Tiere gegenseitig aushelfen können, wurde beim Hessischen Bauernverband eingerichtet.

Das heiße Wetter hatte aber nicht nur Nachteile für die Landwirtschaft. „Wegen der zahlreichen Sonnentage war das Einfahren der Ernte gut planbar“, sagt Rudolph. Außerdem hatten wir keine Trocknungskosten für die Erträge, wie im vergangenen Jahr.“

Auf die Preise habe die unterdurchschnittliche Ernte keinen Einfluss, weil diese vom Weltmarkt bestimmt werde, erklärt der Kreislandwirt. Aktuell kostet eine Tonne Weizen etwa 150 Euro, eine Tonne Gerste 140 Euro. Zum Tage, 4. SEITE

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