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Es wird immer weniger geheizt - droht jetzt mehr Schimmel?

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Von: Stefanie Lipfert

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Um Schimmelbildung in Räumen zu verhindern, lüftet man am besten regelmäßig und stoßweise.
Um Schimmelbildung in Räumen zu verhindern, lüftet man am besten regelmäßig und stoßweise. © Christin Klose/dpa

Aufgrund der hohen Energiekosten heizen Menschen weniger, doch besonders in der nasskalten Jahreszeit ist das fatal - wie man Schimmel vorbeugen kann.

Hofgeismar – Besonders in der kalten Jahreszeit können sich in Gebäuden und Wohnungen Schimmel bilden. Bei Kälte und Nässe gedeihen Schimmelpilze gut in Räumen – vor allem, wenn aufgrund der hohen Energiekosten beim Heizen gespart wird. Was man bei Schimmel tun kann und welche Faktoren Schimmel begünstigen, dazu Fragen und Antworten.

Was tun, wenn man Schimmel in der Wohnung entdeckt?

Die Wohnungsgesellschaft GWH Hessen führt laut eigenen Angaben bei Meldung von Schimmel unverzüglich eine Schimmelbeseitigung durch und geht der Ursache nach. Außerdem biete sie Mieterberatungen zum richtigen Heizen sowie Lüften an. „Wenn sich Schimmel in der Wohnung breitgemacht hat, sollte direkt der Vermieter benachrichtigt werden“, erklärt Harald Kühlborn, Vorsitzender des Mieterbundes Nordhessen und Pressesprecher des Landkreises Kassel. Im nächsten Schritt werde geprüft, ob der Schimmelbefall auf Eigenverschulden zurückzuführen sei oder ob ein baulicher Mangel vorliege. Dies werde anhand eines Gutachters festgestellt, erklärt Kühlborn. „Je nach Sachlage muss der Vermieter die Kosten für die professionelle Schimmelentfernung tragen oder der Mieter, wenn nicht ausreichend geheizt oder falsch gelüftet wurde“, sagt Sven Messerschmidt, Leiter des Rechnungswesens der Wohnungsbaugenossenschaft Gewobag in Hofgeismar.

Welche Faktoren können Schimmel in Räumen begünstigen?

Zum einen kann falsches Lüften eine Ursache für Schimmel in der Wohnung sein: „Die meisten Menschen lüften falsch. Viele stellen das Fenster nur auf Kippstellung“, sagt Messerschmidt. Durch den geringen Luftaustausch kondensiere die Luftfeuchtigkeit schneller an den Wänden. Denn Feuchtigkeit suche sich die kälteste Stelle im Raum, erklärt der Wohnungsbaugenossenschaftler. Sind die Fenster länger auf Kipp gestellt, verursache das auch höhere Heizkosten. Ratsam sei deswegen das Stoßlüften fünf Minuten. Daneben beugt auch das richtige Heizen Schimmel vor. „Wichtig ist, dass die Räume eine gleichmäßige Temperatur aufweisen“, sagt Messerschmidt. Das Schlimmste, was man tun könne, sei die Heizung komplett herunter zu drehen. „Nicht zu heizen ist keine Alternative.“ Optimal sei es, eine dauerhafte Temperatur zwischen 18 und 20 Grad in den Räumen zu haben. Das sei energiesparender, als die Heizung ständig hoch und herunter zu drehen, und beuge Schimmel vor.

Schimmel in kalten feuchten Ecken.
Schimmel in kalten feuchten Ecken. © Andrea Warnecke/dpa

Gab es die Befürchtung, dass Mieter in Anbetracht der steigenden Energiekosten weniger bis kaum heizen?

Die Befürchtung, dass Mieter aufgrund der gestiegenen Energiekosten im Jahr 2022 nur noch wenig bis kaum heizen, sei bei den Wohnungsbaugesellschaften aktuell groß: Laut GWH signalisieren die Mieter seit Beginn der Energiekrise, dass sie weniger heizen wollen. „Ob das Folgen haben wird und in welchem Ausmaß, werden wir vermutlich erst nach Ende der aktuellen Heizperiode abschätzen können“, sagt Jenny Bienik, zuständig für Unternehmenskommunikation bei der GWH. Auch Stefan Metzger, Geschäftsführer des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins in Wolfhagen, befürchtet, dass „Mieter Geld sparen wollen und weniger bis unzureichend heizen.“ Die GWH hat Mieter telefonisch und schriftlich über die Schimmelproblematik und dessen Vorbeugung informiert.

Konnte 2022 ein erhöhter Schimmelbefall festgestellt werden?

Die Gewobag in Hofgeismar konnte im vergangenen Jahr in ihren Wohnräumen kein erhöhtes Schimmelaufkommen verzeichnen. „Die Problematik mit dem Schimmel hat sich im vergangenen Jahr in unseren Mietwohnungen nicht verschlechtert“, sagt Sven Messerschmidt. Auch Stefan Metzger verzeichnet kein erhöhtes Schimmelaufkommen: „Vor allem in der Winterzeit ist es nicht unüblich, dass durch Kälte und Nässe gelegentlich Wohnungen von Schimmel betroffen sind“, erklärt Metzger. Aktuell hat die GWH in und um Kassel 8 700 Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten, die 2022 nicht verstärkt von Schimmel betroffen waren. „Unseren Auswertungen nach sind nicht mehr oder weniger Fälle aufgetreten als in den Jahren zuvor“, berichtet Bienik.

Gab es 2022 in öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Turnhallen verstärkt Schimmel?

„Vereinzelt gibt es immer wieder an verschiedenen Standorten Schimmelbildungen“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Vor allem in Nassräumen der Sporthallen entstehe durch die hohe Luftfeuchtigkeit vereinzelt Schimmel. Dabei spiele sowohl Nutzerverhalten der Lehrer und Schüler als auch der Gebäudezustand von Schulen und Hallen eine Rolle. „Aufgrund der steigenden Energiekosten des vergangenen Jahres gab es die Anordnung, die Raumtemperatur in Klassenzimmern und Sporthallen zu senken. Jedoch führten die Maßnahmen nicht zu einem verstärkten Schimmelaufkommen“, erklärt Kühlborn.

Info: Die GWH gibt online Tipps zur Schimmelvorbeugung unter gwh.de/wohnversprechen Stefanie Lipfert

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