1. Startseite
  2. Lokales
  3. Hofgeismar

Es wird kalt: Schwimmunterricht in der Energiekrise

Erstellt:

Von: Josefin Schröder

Kommentare

Hallenbäder in der Region senken ihre Wassertemperatur. Besonders für Kinder, die schwimmen lernen, ist das nicht ideal.

Kreis Kassel – Erst blieben die Schwimmbäder wegen der Corona-Pandemie geschlossen, nun erschwert die Energiekrise einen regulären Betrieb. Um Energie und Kosten zu sparen, senken viele Schwimmbäder im Kreis Kassel ihre Wassertemperatur. Das bleibt bei vielen Badegästen nicht unbemerkt. Vor allem für Kinder, die schwimmen lernen sollen, werden weitreichende Folgen befürchtet.

„Wegen der Energiekrise haben wir vor vier Wochen die Temperatur im Nichtschwimmerbecken von 29 auf 27 Grad und im großen Schwimmbecken von 27 auf 25,5 Grad gesenkt“ berichtet Norman Dellith, Fachangestellter für Bäderbetriebe im Hallenbad Immenhausen. Das hätten besonders die Eltern nicht erfreut aufgenommen. Laut Dellith haben einige daraufhin den Schwimmunterricht ihrer Kinder ausfallen lassen.

Kreis Kassel: Babyschwimmkurse ausgesetzt - Kältere Wassertemperatur bekommen eher die älteren Gäste zu spüren

Die Babyschwimmkurse wurden nach der Absenkung vonseiten des Hallenbads ausgesetzt. Um den Besuchern entgegenzukommen, habe sich Norman Dellith dafür eingesetzt, die Temperatur wieder anzuheben. Inzwischen beträgt die Temperatur im Kinderbecken wieder 29 Grad und die Schwimmkurse für Babys werden fortgesetzt.

Schwimmlernkurse im SoleHallenbad Gandersheim werden mit 4000 Euro gefördert (Symbolbild).
Kind beim Schwimmen im Hallenbad (Symbolbild). © Fabian Sommer/dpa

Die Situation für die Kinder, die im kühleren Becken schwimmen, schätzt Dellith als unproblematisch ein: „Wenn man sich bewegt, macht einem das wenig aus.“ Die älteren Badegäste, die beim Schwimmen öfter pausieren, um sich längere Zeit zu unterhalten, würden den Unterschied eher spüren, sagt Dellith.

Damit die Energiekosten trotzdem niedrig gehalten werden, wurde die Holzhackschnitzelanlage wieder in Betrieb genommen. Die Beheizung erfolge durch Holz aus dem Stadtwald.

Energiekrise im Kreis Kassel: Märchenlandtherme Breuna senkt Wassertemperatur um ein Grad

In der Märchenlandtherme Breuna wurde die Wassertemperatur von 29 auf 28 Grad reduziert. Schwimmlehrerin Petra Becker findet das „noch human“. Die Temperaturempfindung sei grundsätzlich etwas sehr Individuelles.

Sie ist froh, dass die Kurse nun wie vor der Pandemie stattfinden können. Die Nachfrage sei hoch. Die Warteliste für die Schwimmanfänger-Kurse in der Märchenlandtherme betrage inzwischen ein Jahr. Becker hofft, dass das kältere Wasser Eltern nicht davon abhalte, auch außerhalb der Kurse mit ihren Kindern im Hallenbad Schwimmen zu üben. Zusätzlich zu den Folgen der Pandemie befürchte sie sonst eine Generation von Nichtschwimmern. (Josefin Schröder)

DLRG empfiehlt mindestens 26 Grad

Für Schwimmkurse soll die Wassertemperatur nicht unter 26 Grad sinken. Das sei gerade noch zumutbar für größere Kinder, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) kürzlich mit. Möglicherweise bräuchten einige Schwimmanfänger aufgrund des kälteren Wassers länger mit dem Schwimmen lernen, weil sie frören. Für das Babyschwimmen und bei Wassergewöhnungskursen sollten es laut DLRG 30 Grad und mehr sein. 

Auch die Gastronomie im Kreis Kassel bekommt die Folgen der Energiekrise immer mehr zu spüren.

Auch interessant

Kommentare