Aktualisierte Lutherbibel

Evangelische Kirche Obermeiser: Nach 50 Jahren neue Altarbibel

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Sven Wollert, Pfarrer in Obermeiser und Westuffeln, präsentiert die neue Lutherbibel. Auf dem Altartisch die alte Fassung von 1964.

Obermeiser. Über 50 Jahre ist sie alt, die Altarbibel der Kirche in Obermeiser – und damit fast schon eher ein Fall fürs Museum, nicht für den alltäglichen Gebrauch.

Deswegen freut man sich hier besonders darüber, dass die Evangelische Landeskirche von Kurhessen und Waldeck (EKKW) anlässlich des Lutherjahres allen Kirchen die gerade erst erschienene neu revidierte Fassung der Lutherbibel schenkt (wir berichteten). 

Genutzt wurde die Altarbibel in Obermeiser – ein Geschenk des Evangelischen Kirchenkreises Hofgeismar vom 15. Mai 1966 – zuletzt nur noch selten. Geschrieben ist sie in Frakturlettern, und die Seiten hängen nur noch lose am Einband. "Im Gottesdienst haben wir deshalb meistens Kopien unserer eigenen Bibeln verwendet und aus Mappen vorgelesen", sagt Sven Wollert, seit 2012 Pfarrer in Obermeiser und Westuffeln. Es sei einfach über die Jahre nicht dazu gekommen, dass eine neue Bibel angeschafft wurde, berichtet Wollert. "Eine Altarbibel ist mit 150 Euro auch ein Kostenfaktor für eine kleine Gemeinde". Die druckfrische neue Ausgabe könnte jetzt bei Predigten und Lesungen eingesetzt werden. Inwieweit sie dazu genutzt wird, konnte der Pfarrer noch nicht sagen. 

Konfirmanden bestellen neue Version

Ob die Gemeinde im Gottesdienst an der neuen Textfassung – die letzte stammte von 1984, die in Obermeiser verwendete gar von 1964 – Unterschiede bemerken wird, darüber kann der Pfarrer nur mutmaßen. 45 Prozent der Verse wurden verändert. Allerdings hauptsächlich die Zeichensetzung, weniger die Wortwahl. Mit seinen Konfirmanden, die im März mit ihrem Unterricht begonnen haben, hat Wollert mit den Bibelbestellungen aber trotzdem auf die neue Ausgabe gewartet. 

"Besonders beim neuen Testament, wo sich in der Forschung einiges getan hat, könnte ich an der Uni mit meiner Ausgabe von vor 20 Jahren heute nichts mehr anfangen", so Wollert. Bei der neuen Fassung ging es darum, sich den Formulierungen Luthers wieder mehr anzunähern. Das gefällt ihm. 

Am Montag werden die Bibeln den Kirchenvorstandsmitgliedern der Großgemeinden Calden und Liebenau beim Reformationsgottesdienst in Meimbressen (ab 19 Uhr) feierlich übergeben. Ab dem 6. November wird die neue Fassung im Gottesdienst verwendet. Zu den Öffnungszeiten der Kirchen stehen die Altarbibeln allen Besuchern zum Lesen zur Verfügung.  

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