Experte für Bodenpreise: Musmann geht in Ruhestand

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Kurz vor dem Ruhestand: Ende des Monats geht Dieter Musmann vom Amt für Bodenmanagment in Pension. Er beobachtete 25 Jahre lang die Bodenpreise im Kreis. Ab und zu wird er an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren – als ehrenamtliches Mitglied im Gutachterausschuss.

Hofgeismar/Reinhardshagen. Er mag Zahlen, hat Schränke voller Akten und ist Amtsrat - ein typischer Beamter war er nie: Dieter Musmann. Ende des Monats tritt er in den Ruhestand.

Ende des Monats tritt er in den Ruhestand. 45 Jahre im öffentlichen Dienst liegen dann hinter ihm. Als Fachbereichsleiter beim Amt für Bodenmanagement in Hofgeismar kennt er die Boden- und Immobilienpreise in Nordhessen seit 25 Jahren aus dem Effeff.

Ob Ackerland in Gieselwerder, Eigentumswohnung in Hofgeismar oder Baugrundstück in Kaufungen - wenn ein Grundstück oder Gebäude den Besitzer wechselt, läuft der Kaufvertrag durch seine Hände. 3500 sind es pro Jahr. „Wir beobachten den Markt im Kreis Kassel und in Waldeck-Frankenberg“, sagt er. Und anhand der erzielten Preise ermittelt das Amt Richtwerte, wieviel in welchen Orten in welchen Lagen bezahlt wird. Selbstzweck ist dies nicht. Das Wissen ist gefragt. Bei Maklern, Banken, Kommunen und natürlich bei Käufern und Verkäufern. „Dienst am Bürger“ nennt es Musmann, denn „der bezahlt uns schließlich auch.“

Der gebürtige Vaaker, der in seiner Heimatgemeinde für die Reservistenkameradschaft aktiv ist, hat diese Abteilung beim Katasteramt, wie es damals noch hieß, mit aufgebaut Nach dem Abschluss der Realschule entschied er sich, in der Behörde eine Ausbidung zu machen. In Vaake wurde seinerzeit die Bundesstraße verbreitert. Er beobachtete die Vermessungstechniker bei der Arbeit, fand Gefallen an deren Tätigkeit „und da ich gut in Mathematik war, mir technisches Zeichnen gefiel“, bewarb er sich beim Katasteramt.

Bald übernahm er dort auch eine Funktion aus Ausbilder für Vermessungstechniker, bis das Land feststellte, dass ihm eine Qualifikation fehlte. Die Folge: Eine Prüfung musste er, der Ausbilder, zusammen mit seinen Schülern absolvieren, erzählt er schmunzelnd.

Gestern feierte er seinen 62. Geburtstag, nächste Woche hat er seinen letzten Arbeitstag. Im Ruhestand will er sich dann verstärkt seinen Hobbys widmen: Seinem Verein, aber auch verstärkt reisen will er. Viele Länder Osteuropas kennt er, weil er dort ehrenamtlich für die Kriegsgräberfürsorge Friedhöfe pflegte. Jetzt könne er mal mit seiner Frau dorthin fahren. Und er könne auch, meint er mit Blick auf die aktuelle Schneepracht, ganz spontan Ski in Willingen fahren. Es ruft ja kein Dienst mehr. Und auch die Gefahr, mal am Wochenende arbeiten zu müssen, gibt es nicht. Das gab´s einmal, erinnert er sich. Im Zuge des Beberbeck-Projektes musste dort dringend der Wert des Areals samt Gebäuden geschätzt werden. Es war, aus seiner Sicht, die spannendste Aufgabe des letzten viertel Jahrhunderts. Und was war das enttäuschendste in dieser Zeit? „Die Reform im eigenen Haus“, sagt er offen. Konkret: Dass der Hauptsitz in Korbach ist. Nur dem damaligen Bürgermeister Sattler sei es zu verdanken, dass Hofgeismar zumindest als Außenstelle erhalten blieb.

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