Flüchtlinge: Beberbecker fühlen sich im Stich gelassen

Erstaufnahmelager in Beberbeck. Foto: Temme

Beberbeck. Die Einwohner von Hofgeismars kleinstem Ortsteil Beberbeck fühlen sich von der Politik alleingelassen.

Denn seit fast einem Monat leben über 250 Flüchtlinge in einem alten Herrenhaus auf der hessischen Staatsdomäne in unmittelbarer Nähe ihrer Wohnhäuser. „Und bisher hat niemand mit uns geredet“, sagt Veronique Bollerhey. Sie ist eine von 20 Bewohner der Landarbeiterhäuser an der Hombresser Straße.

Angekündigt war vom Regierungspräsidium Kassel eine Infoveranstaltung zum Thema. Bisher ist kein Termin angesetzt. „Wir kümmern uns möglichst bald darum“, sagt Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums Kassel. Bisher mussten Orte mit mehr Einwohnern vorgezogen werden.

„Wir brauchen unbedingt solch eine Veranstaltung, in der wir unsere Probleme schildern können“, sagt Bollerhey. Außerdem wollen sie und ihre Nachbarn wissen, wie sie sich in problematischen Vorfällen verhalten sollen. Zum Beispiel: „Kinder haben meinen Zwetschgenbaum komplett leergepflückt“, sagt Anwohner Alexander Bienemann. Ein paar Tage später hätten andere Flüchtlinge seine Äpfel geerntet. „Die Bäume stehen auf meinem Grundstück, das umzäunt ist, das geht so nicht.“

Familie Bollerhey berichtet Ähnliches: Sie haben ihre Pferde in Beberbeck stehen. Nachdem Asylbewerber wiederholt den Zaun ignoriert und an die Pferde gegangen seien, mussten die Tiere in einem anderen Stall unterkommen. „Da muss ich Miete zahlen, hier war der Platz kostenlos“, sagt Veronique Bollerhey. Versuche, den Flüchtlingen die Eigentumsverhältnisse klarzumachen, seien an der Sprache gescheitert. Abgesehen davon sei es aber ruhig in Beberbeck.

Das bestätigt im Grunde auch Polizeisprecher Torsten Werner. Bisher habe es drei Einsätze gegeben, wo es um Sachbeschädigung und Diebstahl gegangen sei.

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