Gemeinden sollen sich mit Windkraftgegnern solidarisieren

Bürgerinitiative fordert Auflösung der Energie-Genossenschaft

Hofgeismar. Wenn schon Windkraftanlagen im Reinhardswald entstehen, sollen die Bürger davon profitieren – mit dieser Idee hatten sich acht Kommunen im Jahr 2012 der Energiegenossenschaft Reinhardswald angeschlossen.

Nun fordern Windkraftkritiker, das Experiment zu beenden: Die Stimmung in der Bevölkerung sei gekippt, die Genossenschaft mache keinen Sinn mehr.

„Wir fordern, dass die Kommunen aus der Energiegenossenschaft austreten“, sagen Vertreter der Bürgerinitiativen aus dem Oberweserraum wie Elke Schulten und Rüdiger Menke (Trendelburg), Klaus Becker (Gieselwerder) sowie Oliver Penner (Wahlsburg). Stattdessen sollten sich die Gemeinden mit den Initiativen solidarisieren, um dem Kampf gegen Windkraftanlagen „Rückenwind zu geben“.

Die Argumente für eine Beteiligung seien nicht mehr stichhaltig: Auf die Standorte der Anlagen könne man keinen Einfluss nehmen, weil diese vor allem vom Windaufkommen abhingen. Finanzielle Vorteile fehlten. So gebe es kein großes Windkraftunternehmen in der Nordspitze, das Gewerbesteuer zahle. Und die Kommunen selbst hätten kein Geld, um in Windkraft zu investieren.

Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann war einer der Initiatoren der Energiegenossenschaft Reinhardswald. Er tritt dafür ein, dass die neun beteiligten Gemeinden weiter daran festhalten. Bachmann bezeichnet dies als „Plan B“, falls Windkraftanlagen im Reinhardswald nicht zu verhindern seien. „Wir wollen uns mit der Genossenschaft für den Fall ins Spiel bringen, wenn hier Flächen übrig bleiben.“ Speziell aus Trendelburger Sicht sei es „naiv“ anzunehmen, dass der künftige Teilregionalplan Energie keine Flächen im Reinhardswald ausweise. Das gelte insbesondere für die Höhenlagen am Langenberg und Hahneberg um Gottsbüren herum.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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