Heimatverein sucht Nachwuchs

Fortbestand von Haus Temme in Deisel auf der Kippe

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Ortsbildprägend: Das Haus Temme an der Ecke B83/Spiegelstraße wurde saniert und 2008 wiedereröffnet. Es ist ein beliebter Veranstaltungsort.

Seit fast zwölf Jahren dient das Haus Temme als heimlicher Mittelpunkt des Trendelburger Stadtteils Deisel. Doch nun ist sein Fortbestand in Gefahr.

Ob das 2008 sanierte Fachwerkhaus Temme im bisherigen Rahmen weitergeführt werden kann ist ungewiss. Grund: Die Macher vom Vorstand des Heimatvereins wollen nach jahrelangem Einsatz kürzertreten. Weil die Stadt Trendelburg in dem Haus nur ein Sparprogramm fahren könnte, wird nun nach neuen Ideen und Konzepten und auch Mitstreitern gesucht. Dazu findet am Mittwochabend, 15. Januar, ab 19 Uhr eine Bürgerversammlung im Haus Temme statt.

Der über 300 Jahre alte, stattliche Fachwerkbau an der Ortsdurchfahrt dient den Deiselern als Ort zum Feiern, Spielen und Diskutieren. In dem Haus wurden Geburtstage, Jubiläen und Hochzeiten gefeiert, es fanden Osterbasare und Seniorennachmittage, Märchen- und Theaterabende statt. Zudem werden zwei Zimmer vermietet, beispielsweise an Monteure, Radwanderer und Gäste von Feiernden.

Jeder kann einen Beitrag leisten

Jahrelang hat sich der Heimatverein Deisel um die Betreuung und Vermietung gekümmert, doch aus Altersgründen, wegen Wegzug oder Ermüdung ist die Personaldecke dünn geworden und einige Vorstandsmitglieder werden bei der Hauptversammlung in wenigen Wochen nicht mehr antreten. Dann steht das bisherige Konzept auf der Kippe.

Ortsvorsteher Ralf Heere hofft, dass sich in der vom Ortsbeirat und dem Heimatverein veranstalteten Bürgerversammlung heute doch noch eine Lösung finden lässt. Es gehe darum, Deisel auch für die Zukunft weiter zu erhalten und anzupassen und nicht zu warten, dass andere kommen und helfen. Deshalb müssten die Deiseler selbst anpacken.

Unterhaltung: Im Haus finden auch Theaterabende statt, wie hier mit Martin Lüker.

Ralf Heere brachte es im Gespräch mit der HNA auf den Punkt: „Die Deiseler müssen sich überlegen, ob sie da nur feiern wollen oder ob sie sich dafür auch selbst einbringen wollen“.

Es gehe jetzt darum, neue Konzepte für die Nutzung zu erarbeiten, und jeder, egal ob Handwerker, Künstler, Landwirt oder Jugendlicher, könne seinen Beitrag leisten.

Überlassungsvertrag zwischen Stadt und Heimatverein könnte beendet werden

Ein Knackpunkt ist offenbar die zeit- und arbeitsintensive Betreuung und Vermietung der Fremdenzimmer, die dem Verein bisher Einnahmen brachten, aber auch den Unterhalt des Gebäudes ermöglichen. Alle Einnahmen fließen in das Gebäude, das laut Bürgermeister Martin Lange „toll in Schuss“ ist.

Auch der jetzige Heimatvereinsvorsitzende Bernd Köster bestätigt, dass die Arbeit oft bei immer denselben Mitgliedern hängen bleibe und es langsam für die Ehrenamtlichen etwas viel geworden sei. Der Betrieb des Hauses und der Vorstand müssten neu aufgestellt werden. 

Es könnte laut Heimatverein und Ortsbeirat also passieren, dass der zwischen Stadt Trendelburg als Eigentümer und Heimatverein als Bewirtschafter geschlossene Überlassungsvertrag nicht fortgesetzt wird. Man werde das Gebäude sicher nicht schließen, dazu sei es für Trendelburg und für Deisel zu wertvoll, doch das bisherige Konzept könnte dann nicht fortgesetzt werden.

Die Euphorie, mit der die Initiatoren vor vielen Jahren die Sanierung und den Betrieb anstießen, meint Bürgermeister Lange, sollte von der heutigen Generation aufgegriffen und fortgeführt werden. Das sieht auch Ortsvorsteher Heere so:„Hier hoffen wir auf die Ortsgemeinschaft.“

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