Matthias Schulten entwickelte Holzbehältnis, in dem Saft, Wein und Speiseöl aufbewahrt werden können

Frischer Saft aus der Zapf-Box

Selbstbedienung: Franziska Schulten (Mitte) sowie ihre Freundinnen Lisa (links) und Svenja nutzen gerne die Box. Fotos: Vossen

Gottsbüren. Schlecht gewordener Fruchtsaft und abgestandene Weinreste waren gestern. Monatelange Frische aus der Zapf-Box ist angesagt. Matthias Schulten hat der so genannten Bag-in-Box-Verpackung (Beutel in Schachtel) ein neues Gesicht gegeben.

Der 46-Jährige aus Gottsbüren bietet als Alternative zu den gebräuchlichen Kartonagen ebenso funktionale wie schöne Holzbehälter an. „Das Bag-in-Box-System haben meine Frau und ich kennengelernt, als wir eigene Äpfel zum Mosten gaben. Die umweltschonende Idee gefiel uns gut“, erklärt der Metallbildhauer.

Weniger gut gefielen Elke Schulten die Kartons in ihrer Küche, die dem Charme des Jahrhunderte alten Fachwerkhauses der Familie nicht entsprechen. „Meine Frau fand, das passte nicht zusammen. Also habe ich eine Holzkiste für die Beutel mit dem Saft gebaut“, so der Erfinder.

Patent angemeldet

Schulten feilte an der Idee und meldete sie nach drei Jahren Entwicklungszeit zum Patent an. Für die Produktion konnte er einen Möbelhersteller gewinnen. Jetzt gibt es die Zapf-Box in mehreren Größen und Holzarten sowie in unterschiedlichem Design. „Es steckt viel Handarbeit drin und sie sind mit einem Lack versiegelt, der für Kinderspielzeug zugelassen ist“, erklärt Schulten.

Die Entscheidung für Bag-in-Box und Holz statt Pappe erscheint konsequent. Ein historisches Gebäude, das mit Respekt vor alter Handwerkskunst restauriert wird, ein Grundstück, auf dem Schafe den Rasenmäher ersetzen und freilaufende Hühner, die sich ab und an in den Hausflur verirren. Elke und Matthias Schulten haben sich vor Jahren mit dem Umzug nach Gottsbüren bewusst für ein Leben in natürlicher Umgebung entschieden. Dazu gehört der Genuss von Saft aus eigenem Obst. „Die Zapf-Box eignet sich auch für Wein oder Öl“, erklärt Schulten.

Das Prinzip, nach dem sie funktioniert, hält die Flüssigkeiten länger frisch, da sich der Beutel beim Zapfen zusammenzieht und kein Sauerstoff eindringen kann. „Der Druck etwas verbrauchen zu müssen, da es sonst verdirbt, fällt weg“, so Matthias Schulten. Mit einem Fassungsvermögen von fünf bis zehn Litern biete sich der Einsatz einer Zapf-Box vor allem für Familien mit Kindern und Einrichtungen mit großem Getränkeverbrauch an. Herstellung und Transport kleiner Verpackungseinheiten fallen weg. Die Box wird mit einer Leiste an der Wand befestigt - je nach Bedarf in einer Höhe, die auch für Kinder oder Rollstuhlfahrer problemlos erreichbar ist.

„Es hat einen positiven Effekt, wenn sie niedrig hängen. Unsere Kinder haben früh gelernt, sich selbst zu bedienen“, sagt Schulten mit einem Schmunzeln. (ziv)

Info: www.zapfbox-shop.de oder 05675/722733

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