Der Reinhardswald dient Kamerateams als ebenso informativer wie märchenhafter Drehort

Gefragte Filmkulisse für Sender

Action: Filmteams haben den Reinhardswald längst als Kulisse für Dokumentar- oder Märchenfilme, Reportagen oder kommerzielle Beiträge entdeckt. Der WDR (Bild) filmte eine Floßfahrt. Foto: zch

Reinhardshagen / hofgeismar. Ton ab, Kamera läuft, Action! Filmdrehs im Reinhardswald sind längst keine Seltenheit mehr. Dort, wo Rot- wie Schwarzwild in unberührter Natur zu Hause sind, ist auch immer öfter die Filmbranche zu Gast. Denn die authentischen Landschaften in Hessens größtem Waldgebiet gelten als ideale Kulisse für Dokumentar- wie Märchenfilme, für Reportagen oder kommerzielle Beiträge. Erst jüngst wurde hier für eine Koproduktion von ZDF, Arte und National Geographic über die historische Landnutzung vor der Entdeckung Amerikas gedreht. Regelmäßig vor Ort sind Teams des Hessischen Rundfunks, von NDR, WDR, SWR oder dem Bayerischen Fernsehen.

Die urwüchsige Waldlandschaft ist für Hermann-Josef Rapp der wichtigste Magnet. Als pensionierter Forstbeamter und profunder Kenner des Reinhardwaldes betreut er des Öfteren die Filmteams und erinnert sich, dass vor knapp 20 Jahren das Interesse begann, als die Welt der Brüder Grimm vom Film zunehmend entdeckt wurde.

Die Sababurg im Herzen der Deutschen Märchenstraße zähle neben dem Tierpark und dem Urwald damals wie heute zu den beliebtesten Drehorten. Gerade die unberührte Natur locke die Branche. Schon sehr früh habe der Hessische Rundfunk den Reinhardswald entdeckt und hier Beiträge für „Bilderbuch Deutschland“, „Zwischen Himmel und Erde“ oder „Herrchen gesucht“ gedreht. Der WDR filmte über „Die Wälder der Erde“, das ZDF zum Thema „Bäume, Wasser, Licht“, der BR das Märchen „König Drosselbart“ und der NDR eine nächtliche Kamerafahrt sowie einen Flößerfilm, erzählt Rapp.

Sogar Hollywood suchte

Nicht zu vergessen die EXPO-Beiträge für Sevilla und Hannover und die zahlreichen Drehs über Deutschlands ersten Friedwald. Ja selbst Locationscouts für eine Hollywood-Produktion seien schon da gewesen – eine Besonderheit. Ganz alltäglich dagegen die zahlreichen Fotogruppen, die insbesondere an den Wochenenden in Heerscharen kämen und dann mitten im Wald und seiner Ruhe „ganz selig“ seien.

„Es macht Spaß“, ein Filmteam zu betreuen, ihm die Besonderheiten der Drehorte zu erläutern und natürlich auch ein offenes Ohr für spezielle Wünsche zu haben, erzählt Rapp. „Man kriegt Respekt vor der harten Branche“, betont der Reinhardswaldkenner und setzt gleich hinzu: „Was die Sache so interessant macht: Man lernt unheimlich viel von denen, wenn sie von ihren Erlebnissen aus allen Teilen der Welt berichten.“

Doch dafür ist in der Regel erst nach dem Dreh Zeit, für den das Forstamt Reinhardshagen vorab eine Genehmigung erteilen muss. Klemens Kahle ist als Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit dafür zuständig und freut sich besonders dann, wenn das öffentlich-rechtliche Bildungsfernsehen anklopft und letztendlich auch zur Imageförderung des Reinhardswaldes beiträgt.

Abgesehen davon, dass stets bestimmte Vorschriften zu Haftung und Nutzung einzuhalten seien, bemühe man sich stets darum, auch behilflich zu sein.

So wie jüngst bei einer Jagd- und einer Baumfällszene, in denen zwei Revierleiter und ein Holzfäller vor der Kamera gegen ein geringes Gestattungsentgeld als Statisten im Einsatz waren. Grundsätzlich dürfe die Natur keinen Schaden nehmen. „Im Urwald Sababurg gelten ganz starke Restriktionen“, betont Klemens Kahle und generell gelte: „Wir gucken ganz genau hin, was die Leute machen wollen.“ (zch)

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