Zuviel Regen  im Kreisteil Hofgeismar

Getreide leidet unter Niederschlägen

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Kritische Lage: Die Getreideernte im Kreisteil Hofgeismar braucht dringend mehrere Sonnentage. Unser Archivbild entstand mit einer Drohne bei einer Ernte 2016.  

Hofgeismar. Der Regen vermiest den Landwirten zurzeit die Ernte. Im Juni und Juli zeichnete die Wetterstation in Frankenhausen bei Grebenstein über 230 Liter Niederschlag pro Quadratmeter auf, der Durchschnitt in diesen beiden Monaten lag in den vergangenen vier Jahren bei 117 Litern pro Quadratmeter.

„Der Regen kommt für uns zu einer unpassenden Zeit“, sagt Kreislandwirt Reinhard Rudolph. „Zum einen verzögert er die Ernte, zum anderen leidet die Qualität der Pflanzen unter den Niederschlägen.“ Das merkt der Verbraucher zwar nicht, hat aber Einfluss auf den Verarbeitungsweg einiger Erträge. Weizen schlechterer Qualität werde zum Beispiel als Futter verwendet, statt zum Brotbacken.

Das Kind sei aber noch nicht in den Brunnen gefallen. „Die nächsten Tage sind entscheidend. Wir wünschen uns sieben Tage am Stück Trockenheit, damit wir die Ernte beenden können“, sagt Rudolph. Wenn das Wetter mitspielt, werde in den kommenden Tagen jede Minute genutzt. „Da kann es auch sein, dass wir zu jeder Tages- und Nachtzeit auf den Feldern arbeiten. Dafür bitten wir die Anwohner um Verständnis.“

Dass es diesen Sommer sehr viel Niederschlag gab, zeigen auch Zahlen der Wetterstation in Beberbeck: Dort fielen im Juni und Juli insgesamt 270 Liter Regen pro Quadratmeter. In den gleichen Monaten waren es im Jahr 2016 nur 75 Liter Niederschlag.

Beim Regionalbauernverband Kurhessen, der auch für den Kreisteil Hofgeismar zuständig ist, weiß man trotz der Probleme bei der Ernte um die Wichtigkeit von Regen. „Er ist gut für die Natur, für Wälder und Wiesen“, sagt Ralf Desel. „Er kommt für uns gerade nur nicht zur rechten Zeit.“ Das Getreide habe das Wasser zwei Monate früher gebraucht.

Hessenweit haben Regen und Hagel auch Mais, Obst und Kartoffeln geschadet, teilt der Hessische Bauernverband mit.

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