Er trifft den Ton, ohne hinzusehen

Lorenz Küper aus Heisebeck ist Regionalsieger in Nordhessen bei Jugend musiziert

Lorenz Küper (10) wächst in einer Musikerfamilie auf: Vater Daniel (67) tourt weltweit als Gitarrensolist, Mutter Daniela (45) unterrichtet an einer Grundschule Musik und Zwillingsschwester Lilly spielt Flöte und Klavier.
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Lorenz Küper (10) wächst in einer Musikerfamilie auf: Vater Daniel (67) tourt weltweit als Gitarrensolist, Mutter Daniela (45) unterrichtet an einer Grundschule Musik und Zwillingsschwester Lilly spielt Flöte und Klavier.

Lorenz Küper spielte mit geschlossenen Augen vor der Online-Jury von Jugend musiziert. Dabei spielt er erst seit drei Jahren klassische Gitarre. Das Talent liegt in der Familie.

Heisebeck – „Ich hab ja auch einen ganz guten Lehrer“, sagt Gitarrenschüler Lorenz Küper (10). Der Weg in die Musikschule führt ihn bloß ein paar Stufen vom Kinderzimmer ins ausgebaute Dachgeschoss. Dort wartet der Lehrer schon: Es ist sein Vater Daniel Küper (67). Der Argentinier lernte unter anderem beim berühmten spanischen Gitarren-Virtuosen Andrés Segovia und spielte sogar 1980 für Papst Johannes Paul II. ein Privatkonzert.

Lorenz Küper steht hingegen noch am Anfang seiner Karriere. Im Februar hat er bei Jugend musiziert teilgenommen und in seiner Altersstufe (10 bis 12 Jahre) im Regionalentscheid den ersten Platz belegt.

Lorenz Küper wächst in einer musikalischen Familie auf

Seit drei Jahren spielt Lorenz Küper Konzertgitarre. Schon früh gewöhnte er sich an den Klang des Instruments. Sein Vater ist mit dem Instrument durch die Welt getourt und unterrichtet mittlerweile im eigenen Gitarrenstudio in Heisebeck.

Jugend musiziert stellte in diesem Corona-Jahr hohe Anforderungen: Die Teilnehmer sollten ein zehnminütiges Video ihres Gitarrenspiels hochladen. Lorenz Küper wählte dazu sechs Stücke aus, die er auswendig und ohne Schnittpausen vortragen musste. Sein Vater lud das Video am Ende bei Youtube hoch, wo es mittlerweile über Tausend Aufrufe hat.

Dort ist auch zu sehen, wie Lorenz Küper zeitweise mit geschlossenen Augen spielt. Damit hat er es aber nicht darauf abgesehen, die Jugend-musiziert-Jury zu beeindrucken, obwohl diese Vermutung nahe läge. Der Gitarrist hat eine andere Erklärung: „Mir fällt es dadurch leichter, die Musik zu fühlen. Ich kann sie mit geschlossenen Augen besser interpretieren.“

Wettbewerbe sind Ansporn, noch besser zu werden

Generell gehe es bei solchen Wettbewerben für ihn nicht darum, die anderen Teilnehmer wie Gegner zu betrachten. „Mir macht das einfach Spaß, da geht es nicht nur ums Gewinnen.“ Dennoch seien die Wettbewerbe Ansporn, noch besser zu werden und sich mit Teilnehmern aus der ganzen Welt zu messen. In zwei Jahren möchte Lorenz Küper daher auch unbedingt am renommierten Anna-Amalia-Wettbewerb in Weimar teilnehmen.

Vater Daniel Küper erklärt das Besondere an der Spieltechnik seines Sohns: „Er spielt mit Vibrato.“ Dabei wird der Griff-Finger hin- und herbewegt, um einen intensiven Klang zu erreichen.

Während viele in seinem Alter noch eine kleinere 7/8-Gitarre spielen, brilliert Lorenz Küper bereits an einer normalen 4/4-Gitarre. Die wirkt etwas überdimensioniert, doch der größere Resonanzkörper sorgt für einen deutlicheren, sonoren Klang.

Der einzige Vorteil der Corona-Pandemie? „Ich habe noch mehr Zeit zu üben“

Ab und an traut sich Lorenz auch, die zehn-saitige Gitarre seines Vaters zu greifen. Auch hier attestiert dieser ihm großes Talent. „Er ist mein Lehrer“, sagt Daniel Küper augenzwinkernd.

Während für den Viertklässler und seine Zwillingsschwester Lilly wegen Corona in der Schule wichtige Erlebnisse ausfallen, zum Beispiel die sonst übliche Klassenfahrt zum Sensenstein, stellt die Pandemie für Lorenz Küper auch eine Chance dar: Nun hat er noch mehr Zeit zu üben. „Es gibt nicht mehr viel außer der Schule, was man sonst machen kann“, sagt er.

Gerne möchte er bald auch wieder vor Publikum auftreten. Vielleicht klappt es im September als Gast seines Vaters in der Klosterkirche in Lippoldsberg. (Paul Bröker)

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