Hofgeismarer Stadtteil soll Highspeed-Internet bekommen

Glasfaser für Hombressen

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Nicht erst in drei oder vier Jahren, sondern schon in drei Monaten sollen die Einwohner von Hombressen mit schnelleren oder zumindest stabileren Internetverbindungen versorgt sein.

Das gaben die Stadt Hofgeismar und die Firma GöTel jetzt bekannt. Es sollen auch noch weitere Orte wie Kelze, Friedrichsdorf und Schöneberg davon profitieren, wenn die jetzige Hombresser Funkstreckenanbindung der früheren Firma ACO durch moderne Glasfaserkabel der Firma GöTel ersetzt werden.

Grund ist, dass die Glasfasertechnik eine viel höhere Datenrate erlaubt als die einst aktuelle, aber inzwischen an die Grenzen gekommene Funkanbindung. Der Anschluss Hombressens mit schnellerem Internet habe deshalb auch positive Folgen für die übrigen Orte, die in der weiteren Folge am alten ACO-Netz hängen.

Bislang sind die Internetmöglichkeiten in Hombressen eher bescheiden, wie Stadtrat Otto Dörigmann und Ortsvorsteherin Regine Bresler erklären. Je nach Zahl der Zugriffe sinke die Datenrate oder versiege ganz. „Wenn mittags der Schulbus die Kinder nach Hause bringt, ist eine halbe Stunde später nichts mehr im Internet zu machen“, beschreibt Bresler. Gerade für Firmen und für aufs Internet angewiesene Berufstätige sei die Situation extrem unbefriedigend. Nachts um 4 Uhr, da könne man vernünftig Emails verschicken und Daten transportieren, aber wer wolle das schon.

Zweistufiger Ausbau

Das schnelle Internet soll in zwei Stufen nach Hombressen kommen, wobei ein Mitwirken der Bürger aber dringend nötig ist, damit es schnell und für alle umgesetzt werden kann, erklärt Stefan Finger, der bei der GöTel GmbH in Göttingen für den Kommunalvertrieb zuständig ist.

Zunächst wird das Glasfasernetz von Mariendorf kommend bis Hombressen verlängert, wo im Ort bis zu fünf Kabelverzweigerschränke aufgestellt werden. Dort werden die Glasfaserkabel zunächst an das bereits vorhandene Kupferkabelnetz der Telekom angebunden. Damit werde dann eine stabile Versorgung des Ortes gesichert sein. Die Aufträge für die Erdarbeiten sind vergeben. Sie sollen in Kürze beginnen.

Die nächste Stufe, nämlich die Verlegung von Glasfaserkabeln von den Verteilern bis in jedes Haus, soll dann innerhalb der nächsten zwei Jahre erfolgen.

So geht das: Projektkoordinator Kirk Matherly (Mitte) erklärt im Hofgeismarer Rathaus den Aufbau der Lichtwellenleiter. Mit dabei sind (von links): Stefan Finger (Firma Götel), Bürgermeister Markus Mannsbarth, Oliver Bukow (Breitbandkoordination Kreis Kassel), Stadtrat Otto Dörigmann und Hombressens Ortsvorsteherin Regine Bresler.

Dieser weitere Tiefbauauftrag wird aber erst vergeben, wenn die Hombresser entsprechende Verträge mit GöTel abgeschlossen haben, damit sich die Investition lohnt. Diese Schwelle liegt bei 60 Prozent der aktuell 579 Hausanschlüsse, also bei 347 unterschriebenen Verträgen. In bereits angeschlossenen Orten in Südniedersachsen liegt die Quote bei teilweise 80 bis 90 Prozent.

Ortsbeirat wirbt für Vertragsabschluss

Dafür will sich unter anderem der Ortsbeirat in den nächsten Wochen starkmachen, und dafür werben. Denn diese Gelegenheit komme so schnell nicht wieder, wie auch Projektkoordinator Kirk Matherly bestätigt. Wer später, wenn die Tiefbauarbeiten abgeschlossen sind, doch noch einen Glasfaseranschluss wünsche, muss dafür einen Einzelauftrag für 3000 bis 4000 Euro erteilen.

Über Details zu den Glasfaseranschlüssen und Konditionen soll möglichst bald eine Veranstaltung in Hombressen informieren.

Unterschiede zwischen Kupfer und Glasfaser

Das alte Kupfertelefonkabel wird in ganz Deutschland durch Glasfaserkabel ersetzt, aufgrund der hohen Kosten aber unterschiedlich schnell. Knackpunkt ist die sogenannte „letzte Meile“ vom Verteilerkasten in die Keller oder Wohnungen. In den bis zu 100 Jahre alten Kupferleitungen werden im Idealfall (DSL) Spitzenwerte zwischen 50 und 100 Megabit pro Sekunde erreicht, in dickeren Fernsehkabeln bis zu 500 MBit, in Glasfasern dagegen mehrere Gigabit pro Sekunde. Glasfaserkabel ist leichter als Kupferkabel, immun gegen viele Umgebungseinflüsse und Interferenzen und kann unter Wasser verlegt werden, ist aber anfälliger gegen mechanische Einwirkungen und kann keinen Strom (Notstrom) leiten. Auf lange Sicht soll es kostengünstiger als Kupferkabel sein.

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