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Zahlreiche Gäste bewunderten alte Schätzchen auf dem Acker

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Von: Tanja Temme

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Hermann Lining machte mit Nico Probesitzen auf einem Hanomag. 250 der alten Schätzchen konnten Besucher am Wochenende im Gottsbüren bewundern.
Hermann Lining machte mit Nico Probesitzen auf einem Hanomag. 250 der alten Schätzchen konnten Besucher am Wochenende im Gottsbüren bewundern. © Tanja Temme

Fahrten mit alten Schätzchen gehörten beim großen Treckertreffen am Wochenende in Gottsbüren natürlich dazu, wo nicht nur Freunde von alten Bulldogs auf ihre Kosten kamen. 3000 Besucher lockte das Event, das 2018 zuletzt stattfand.

Trendelburg - Diesel liegt in der Luft und die Motoren laufen. Doch all das stört den achtjährigen Paul überhaupt nicht, während er auf dem Schoß von Hermann Lining sitzend mit einem uralten Hanomag-Schlepper über den Platz tuckert.

Eineinhalb Jahre hatten Vorsitzender Tim Nebe und seine Mitglieder des Vereins Historische Agrar- und Forsttechnik das Event auf dem örtlichen Sportplatz vorbereitet. „Allein 250 Trecker haben wir heute dabei“, sagt er. Dazu zählte auch ein Daimler 28 OE, der 1928 gebaut wurde, eine absolute Rarität gebe es davon doch nur noch weltweit sieben Stück, wie der Besitzer Rudi Butterwegge erzählte. Wie in der Treckerszene üblich, restaurierte auch er seinen Oldie. „Ich hatte ihn komplett zerlegt, brauchte 140 Quadratmeter an Platz für die gesamten Teile, also die Wohnfläche eines Hauses“, berichtete der Schlepper-Fan aus Dössel.

Auch Lining ist passionierter Schrauber, hat ebenfalls einst seinen Hanomog von 1938 restauriert. „Dieser pure Maschinenbau ohne Elektronik-Gedöns ist es, was uns alle fasziniert.“ In seinem Zuhause in Moringen steht auch er eine Besonderheit, nämlich ein Hanomog von 1924, der „Weltweit einzige, der aus der Reihe noch fahren würde“. Da damals nur elf davon produziert worden seien, gebe es nur noch drei insgesamt, ergänzt er.

Auch besondere Trecker waren vertreten

Zwischen den vielen Lanz, Fendt oder Deutz konnten die Besucher auch einen Lamborghini und einen Landini entdecken, „zwei Oldtimer aus der Landwirtschaft, die man nicht alle Tage sieht“, sagt Vereinsmitglied Karsten Schröder. Dass die alten Schätzchen nicht nur schön anzusehen, sondern auch echte Kraftprotze sind, zeigte sich beim Containerziehen. Dicke Staubwolken zogen da alle hinter sich her, die mit ihren Gefährten teilnahmen. „Mehrere Tonnen an Gewicht könnten die meisten ziehen“, sagt Schröder.

Doch bei dem Agrarfest ging es nicht nur um das Bewundern alter Landmaschinen, auch Einblicke in die Arbeit im Forst wurden da gewährt. Für Staunen sorgte da Uwe Link, der mit seinem Rückepferd zeigte, wie man auf schonende Weise Stämme im Wald befördern kann. „Einfach beeindruckend, wie er meist nur mit Gesten dem Tier vermittelt, was es zu tun hat“, sagte Besucherin Svetlana Fischer. Auch weiteren Waldexperten konnten die vielen hundert Gäste bei der Arbeit zuschauen, fanden doch bei der Veranstaltung auch die Reinhardswald -Meisterschaften statt.

Waldexperten bei der Arbeit

So konnten die Besucher erleben, wie Bäume fachmännisch gefällt, in sekundenschnelle Stämme entastet oder präzise Scheiben mit der Motorsäge geschnitten wurden. „Es gibt nur einen kleinen Bereich, in dem der gefällte Baum landen darf und das ist nicht einfach“, erläuterte Nebe. Wem das alles noch nicht reichte, der konnte einen Flug über die Region mit einem Hubschrauber machen, an einer Planwagenfahrt teilnehmen oder über den kleinen Bauernmarkt auf dem Festplatz bummeln.

Am Ende der Veranstaltung waren vermutlich alle der mehreren hundert Gäste zufriedengestellt – die einen mit „Dieselgesprächen“, andere bei einer Tour über das weitläufige Gelände und wieder andere einfach der Geselligkeit wegen. (Tanja Temme)

Alte Schätzchen sind ihr Ding: Tim Nebe (vorn rechts) vom veranstaltenden Verein fachsimpelte mit Besuchern über diesen alten Landini von 1934.
Alte Schätzchen sind ihr Ding: Tim Nebe (vorn rechts) vom veranstaltenden Verein fachsimpelte mit Besuchern über diesen alten Landini von 1934. © Tanja Temme

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