Von Bürgern gestartet

Initiative zur Wiederbegrünung: 1272 neue Bäume für Grebenstein

Frauen und Kinder auf der Wiese mit den ersten neu gepflanzten Bäumen
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Auftakt: Die ersten von 1272 geplanten neuen Bäumen pflanzte die Bürgeraktion „Bäume für Grebenstein“ am Burgberg. Angestoßen wurde sie durch Silke Woltring (hinten links) und Dr. Frederike Faupel (hinten rechts), hier mit Melanie Will (Untere Naturschutzbehörde) beim Markieren der Pflanzpfähle mit roter Farbe.

An mehr als 600 Stellen in Grebenstein und seinen Stadtteilen standen früher Bäume, die verschwunden sind und nicht nachgepflanzt wurden.

Grebenstein - Das hat das Ortsbild und die Landschaft und Natur stark verändert. Diesen Fehler beheben wollen Grebensteiner Bürger, die eine Initiative gegründet haben, um es jedem Bürger zu erlauben, möglichst ohne Geldaufwand eigene Bäume zu pflanzen. „Der Natur geht es schlecht. Bäume sind nicht nur für die Tiere, sondern auch für uns Menschen von zentraler Bedeutung. Bäume pflanzen und aufforsten ist die einzige nachhaltige Lösung für viele Probleme“, meinen Silke Waltring und Dr. Frederike Faupel aus Grebenstein. Deshalb rufen sie alle Grebensteiner auf, heimische Obst- und Laubbäume in die Ortschaften und in die Gemarkung zu pflanzen, um die Verluste vergangener Jahrzehnte auszugleichen.

Anlass für Debatten: Damit die Burgruine besser sichtbar ist, wurden Bäume gefällt. Auch das sieht die Initiative als Argument für neue Pflanzungen.

„In Grebenstein wurden in den vergangenen Jahren viele Bäume gefällt und in der Regel nicht nachgepflanzt. Der Stadtwald ist von Pilz befallen und durch die letzten trockenen Jahre stark geschädigt. Zudem wurden am Burgberg viele Bäume gefällt, was in der Stadt kontrovers diskutiert wird“, schildert Dr. Frederike Faupel als besorgte Mutter die aktuelle Situation. Die Initiatoren sind zugleich im Vorstand des Fördervereins für den Kindergarten und die Grundschule Grebenstein und wollen gemeinsam mit weiteren Aktiven auf diesem Weg etwas für die Verbesserung der Umwelt tun.

Drei Jahre Vorbereitung

In dreijähriger Vorbereitungsarbeit konnten sie die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Kassel als Partner gewinnen. Diese übernimmt beim Pflanzen von mindestens fünf Bäumen und entsprechend vollständig ausgefüllten Antragsunterlagen die Kosten für das Baum- und Pflanzmaterial sowie die Pflanzung selber, was immerhin etwa 450 Euro pro Baum ausmacht. Wer Pate eines solchen Baumes wird, verpflichtet sich, den Baum zu schützen und zu erhalten. „Er soll für immer wachsen können“, sagt UNB-Sachbearbeiterin Melanie Will.

Projektziel ist eine Begrünung der Ortschaften im öffentlichen und privaten Bereich. So sollen Stellen, wo früher mal ein Baum stand, wieder bepflanzt, aber auch neue Standorte in stark versiegelten innerörtlichen Bereichen mit neuem Grün versehen werden. Auch Lücken in Alleen oder Baumreihen könne man so schließen. Viele Bäume verschwanden, weil sie Laub abwarfen und Kosten verursachten. Über 600 ehemalige Baum-Standorte wurden ermittelt und diese Liste dem Magistrat der Stadt übergeben. Man hofft, dass die Stadt auch aktiv wird.

Spenden für Farbe oder einzelne Bäume werden auch entgegengenommen, erläutert die Initiative, die die fast 1300 Bäume bis zum Jahr 2024 gepflanzt haben möchte. Die ersten 21 sind übrigens schon im Boden – im Garten von Silke Woltring am Burgberg.

So kann man teilnehmen

Teilnehmen kann jeder Grebensteiner Einwohner. Um die Pflanzung gefördert zu bekommen, muss man mindestens fünf Bäume (heimische Obstsorten oder heimische Alleebäume) pflanzen auf privaten Gärten, auf Plätzen, an Feldwegen oder Straßenrändern. Dazu ist dem Projektteam (E-Mail: baeumefuergrebenstein@web.de) ein Antrag zukommen zu lassen. Mit ergänzenden Unterlagen ist der Antrag dann bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Kassel einzureichen. Die Grundstückseigentümer verpflichten sich, die Bäume ordentlich zu pflanzen und zu wässern und dauerhaft zu erhalten. Wird der Baum gefällt oder beschädigt, muss er ersetzt werden. (Thomas Thiele)

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