Analyse zur Bürgermeisterwahl in Grebenstein: Schwaches Ergebnis für Sutor

Warten auf das Wahlergebnis: Spannend am Wahlsabend in Grebenstein war nur, wie groß die Zustimmung für Amtsinhaber Danny Sutor sein wird. Foto: Temme

Grebenstein. Nur 73,2 Prozent stimmten für eine zweite Amtszeit des Verwaltungschefs. Wir nennen einige Gründe für das magere Wahlergebnis.

Mit 73,2 Prozent der Stimmen wurde Grebensteins Bürgermeister Danny Sutor am Sonntag für eine zweite Amtsperiode wiedergewählt. Es ist, verglichen mit anderen Bürgermeisterwahlen kein berauschendes Ergebnis. Zum Vergleich: 2011 erzielte Ullrich Otto in Bad Karlshafen 78,3 Prozent – und das, obwohl er einen Gegenkandidaten hatte.

Wer ohne Gegenkandidat antritt, hat im Regelfall noch mehr Prozente. Die letzten Beispiele aus dem Kreisteil: Fred Dettmar brachte es in Reinhardshagen auf 85,9, Jörg-Otto Quentin in Wahlsburg auf 86,1 und Rüdiger Henne in Obeweser gar auf 90,6 Prozent. Da fällt Sutor mit seinen 73,2 deutlich ab. „Man kann es nicht allen recht machen“, sagt er. Und: Manchmal müsse man Einwohnern auch auf die Füße treten, was sich dann im Wahlergebnis widerspiegelt. Der alleinige Grund ist dies mit Sicherheit nicht.

Denn vielfach ist es nicht die glasklare Haltung, die Sutor angekreidet wird, sondern der Verweis auf Sachzwänge. Er sei ein hervorragender Verwaltungsmensch, aber ihm fehlt der Habitus des Politikers, hört man an Stammtischen. Viele hatten das Gefühl, dass er nur fortführte, was sein Amtsvorgänger schon angestoßen hatte, dass neue Ideen fehlten. Auch wenn man Sutor damit teils Unrecht tat, einige Prozente kostete es.

Sutor ist vorsichtig. Er berichtete selten über mögliche positive Entwicklungen. Erst wenn die Unterschrift unter Verträgen trocken ist, geht er in die Öffentlichkeit. In einer Kleinstadt wie Grebenstein ist das zu spät. Denn dann sind die Nachrichten längst im Ort bekannt. Er wird nicht mehr als Vater des Erfolgs angesehen, sondern nur noch als offizieller Übermittler der Nachricht. Prozente bringt das keine.

Der Grebensteiner Ortsteil strafte den Bürgermeister ab. Wofür? Es geht in dem Ort um den Erhalt einer eigenen Wasserversorgung. Das ist Hauptanliegen der Udenhäuser. Und auch wenn Sutor nie dagegen war: Er gab den Udenhäusern nie das Gefühl, dass er an ihrer Seite kämpft. Die Folge: Fast jeder Zweite in Udenhausen votierte gegen den Amtsinhaber. Ein solches Votum gibt es selten bei Bürgermeisterwahlen.

Sutor ist von seiner Person her ein Arbeitstier. Er hat ein allseits anerkanntes hohes fachliches Wissen, doch er wirkt dadurch auch auf viele unnahbar. Er ist nicht der Typ zum Anfassen, wie es einst ein Sattler in Hofgeismar war oder ein Schützeberg in Immenhausen ist. Manch einer dachte: Ein kleiner Dämpfer kann da nicht schaden. Da im Vorfeld klar war, dass Sutor ohnehin wiedergewählt wird, sorgten sie mit einer Nein-Stimme dafür, dass das Ergebnis für ihn bescheidener ausfiel.

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