Anhalterzeichen nicht nötig

Angebot läuft gut an: Autos halten vor der Mitfahrbank

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Daumen hoch: Gut angelaufen ist die Mitfahrbank in Udenhausen. Das Anhalterzeichen ist aber nicht nötig, wenn man nach Grebenstein will, Hinsetzen reicht. Die Idee setzte der Ortsbeirat Udenhausen um (im Bild von links): Jannik Langlotz , Sven Jäger, Mark Paukstat , Jens Thöne , Carsten Blackert , Ortsvorsteher Fritz Fischer und Grundeigentümer Wilfried Deiselmann (stehend).

Udenhausen/Grebenstein. Wer von Udenhausen nach Grebenstein (oder umgekehrt) fahren will und kein Auto hat, hat trotzdem beste Chancen, dass er schnell in den Nachbarort kommt.

Er braucht sich nur auf eine der neuen Mitfahrbänke zu setzen und einige Minuten warten. In der Regel hält bald ein Autofahrer an, um den Anhalter vier Kilometer mitzunehmen.

„Bei uns fahren kaum Busse und vor allem nicht dann, wenn man sie braucht“, beschreibt der stellvertretende Ortsbeiratsvorsitzende Jannik Langlotz den Grund, warum der Ortsbeirat Udenhausen diese aus Süddeutschland stammende Idee unbürokratisch umsetzte. Mit Genehmigung der Stadt wurden zwei alte Sitzbänke reaktiviert, mit frischer Farbe, neuer Beplankung und einem Schild versehen, dass die Firma HS Werbetechnik aus Grebenstein spendierte. „Das hat vielleicht 50 Euro pro Bank gekostet“, beschreibt Ortsvorsteher Fritz Fischer den Grund, warum der Ortsbeirat nicht den langwierigen Amtsweg einschlug, sondern selbst Hand anlegte.

Nicht nur für Rentner

Und die Bänke werden gut genutzt. „Alle zwei bis drei Minuten fährt hier ein Auto vorbei“, beschreibt Sven Jäger beispielsweise die Situation an der Bank an der Wegelange, der Straße nach Grebenstein. Da sich die Udenhäuser gut kennen, dauere es nicht lange, bis ein auf der Bank sitzender Anhalter mitgenommen wird. Und dabei sind das nicht nur Rentner ohne Auto oder Führerschein, die sich nach Grebenstein und zurück mitnehmen lassen, sondern auch Jugendliche oder wie vor kurzem beispielsweise Viehmarktbesucher.

Täglich genutzt wird dieses unkomplizierte Fahrangebot auch von den syrischen Flüchtlingen in Udenhausen, die sonst schon mal Nachbarn um Hilfe fragten und nun viel unkomplizierter ihre täglichen Angelegenheiten in Grebenstein erledigen können.

Die Endstation dieser Linie steht derzeit in Grebenstein in der Nähe des Bahnhofes und des Rewe-Marktes und damit an einer idealen Stelle. „Ob wir noch weitere Bänke aufstellen, etwa Richtung Hofgeismar, hängt vom Bedarf ab“, sagt Jannik Langlotz und erklärt: „Dieses Prinzip beruht auf Rücksichtnahme und Freiwilligkeit und ist eine Ergänzung des schlechten Busangebotes. Es soll die Mobilität und den Zusammenhalt des Ortes steigern.“ Als Mitfahrer sei man durch die Kfz-Versicherung des Fahrers versichert.

In anderen Orten gibt es bereits wechselbare Richtungsschilder, eine Smartphone-App zum Anmelden von Fahrten oder Personalien-Sicher--ungsscheine. In Udenhausen sollen die Eltern ihre Kinder bitten, nur bei bekannten Personen mitzufahren. Und gegen ein Weiterkopieren ihrer Bank haben die Udenhäuser auch nichts einzuwenden.

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