Aufzüge wären teuer

Bahnhof Grebenstein: Neue Chance für barrierefreien Zugang

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Am Bahnhof in Grebenstein ist ein aussteigen für Rollstuhlfahrer, wenn sie aus Richtung Kassel kommen, nicht möglich. 

Die Chance, dass der Bahnzugang in Grebenstein barrierefrei möglich ist, ist leicht gestiegen. Vor einer Realisierung gibt es aber noch zahlreiche Eventualitäten.

Bereits vor einigen Wochen hatte Bürgermeister Danny Sutor die Bahn auf den Zustand hingewiesen, dass Rollstuhlfahrer aus Richtung Kassel kommend in Grebenstein nicht aussteigen können. Inzwischen gibt es ein Schreiben der Bahn an das hessische Wirtschaftsministerium, das auch für den Verkehr zuständig ist. Darin schreibt die Bahn, dass der bauliche Zustand des Bahnhofs in Ordnung sei. Beim Mittelgleis sei auch die Höhe des Bahnsteiges in Ordnung, beim anderen Gleis müsse für eine Barrierefreiheit jedoch der Bahnsteig etwas erhöht werden. Auch der Einbau von Aufzügen sei aus baulicher Sicht umsetzbar.

Da auch der NVV die Forderung der Stadt nach einem barrierefreien Zugang unterstützt, kann die Bahnstellungnahme als erster Schritt hin zu einem Aufzug gedeutet werden. Doch zunächst müssen sich Bahn und Bund über die Finanzierung einigen. Hier laufen die Verhandlungen, sagt Sutor. Im Januar 2020 sollen diese abgeschlossen sein. Der nächste Schritt: Zwischen Bahn, Verkehrsverbünden und Land Hessen muss es eine Rahmenvereinbarung geben. Als nächstes müssen dann Bahn und Land die Finanzmittel bereitstellen. Erst dann wird die Stadt Grebenstein ins Spiel kommen: Auch sie muss Geld zuschießen. Und das nicht zu knapp. Die Aufzüge selbst werden rund eine Million kosten, wobei die betroffene Kommune 15 bis 20 Prozent beisteuern muss.

Danny Sutor, Bürgermeister

Doch es könnten mehr als diese 200.000 Euro auf die Stadt zukommen, sagt Sutor. Wenn die Anlage neu bewertet wird, könnte sich herausstellen, dass der Tunnel unter den Bahnlinien nicht mehr den jetzt gültigen Vorschriften entspricht. Derzeit hat er eine Art Bestandsschutz, wird ein Aufzug gebaut, könnte dieser Schutz entfallen. Dann müsste der Tunnel erneuert werden, was mit etwa zwei Millionen Euro zu Buche schlagen würde. Auch hier gebe es wohl Zuschüsse, doch im schlimmsten Fall sei die Stadt mit 900.000 Euro dabei.

Über den Zeitplan könne man noch nichts sagen, so Sutor. Er gehe davon aus, dass noch mindestens zwei Jahre ins Land ziehen werden.

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