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Bald wieder Spargel rund um Zwergen und Schachten: Kälte hemmt derzeit Wachstum

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Von: Daria Neu

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Noch einen halben Meter unter der Erde: Dirk (links) und Bruno Fülling vom Erdbeer- und Spargelhof in Zwergen schauen auf einem Acker bei Friedrichsdorf wann mit dem ersten Spargel zu rechnen ist. Die beiden Landwirte vermuten, dass die Ernte Mitte April beginnen wird.
Noch einen halben Meter unter der Erde: Dirk (links) und Bruno Fülling vom Erdbeer- und Spargelhof in Zwergen schauen auf einem Acker bei Friedrichsdorf wann mit dem ersten Spargel zu rechnen ist. Die beiden Landwirte vermuten, dass die Ernte Mitte April beginnen wird. © Tanja Temme

Jedes Jahr wird sie von vielen Menschen im Kreis Kassel herbeigesehnt und ist einer der späten Frühlingsboten: die Spargelsaison, die meistens Mitte April beginnt.

Liebenau/Grebenstein/Calden –Schon jetzt sind die Spargelanbauer jeden Tag auf ihren Feldern rund um Grebenstein, Liebenau und Calden unterwegs und planen ihren Verkauf. In diesem Jahr müssen sich die Kunden vermutlich auf höhere Preise einstellen, wenn sie die Delikatesse auf ihren Tellern haben wollen.

Das bestätigt auch Bruno Fülling aus Zwergen, der schon lange gemeinsam mit seiner Familie Spargel anbietet. „Auf jeden Fall werden die Preise steigen.“ Die Sozialabgaben seien noch ungewiss, die Auflagen in der Coronakrise kämen erneut oben drauf. „Wie genau der Ablauf hinsichtlich Testnachweis oder Impfstatus ist, wissen wir noch gar nicht so genau.“ Fest stehe aber, dass die vergleichsweise strengen Auflagen bezüglich der Unterkünfte für die Erntehelfer so geblieben seien.

Auch die gestiegenen Mindestlöhne sorgen laut Fülling im Laufe der Jahre generell für weiter steigenden Preise. Vor allem im kommenden Jahr werde das noch einmal deutlich zu spüren sein. Wie viel genau sein Spargel kosten wird, könne er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Zuletzt kostete ein Kilo Spargel abhängig von der Klasse etwa acht bis zwölf Euro. Ohnehin gilt Spargel als kostbares Gemüse, das aufgrund seiner aufwendigen Ernte nicht ganz billig ist.

Friedrich Klemme aus Schachten bietet schon seit Jahrzehnten zusammen mit seiner Familie den bekannten Caldener Spargel an. Auch er kündigt eine Preissteigerung an – und zwar um etwa zehn Prozent. Energiepreise, Lohnkosten – die Gründe seien vielfältig. „Eigentlich müssten wir um etwa 20 Prozent erhöhen, um die Kosten zu decken, aber dann ist der Spargel für die Menschen bald nicht mehr bezahlbar“, sagt Klemme.

Sowohl er als auch Fülling hoffen, dass das Spargelstechen schon bald losgehen kann – vorausgesetzt die Sonne gibt noch mal richtig Gas. „Normalerweise ist um den 15. April herum Erntebeginn“, sagt Fülling. Im vergangenen Jahr habe man sogar schon am 8. April starten können. Je nach Wetterlage sei es aber auch schon mal erst gegen Ende des Monats losgegangen.

In den vergangenen Wochen seien die Temperaturen dem Wachstum des Spargels schon sehr zuträglich gewesen. „Der Boden war schön trocken, hatte eine gute Krümelstruktur. Aber dann kamen wieder die Nachtfröste.“ Das kann auch Klemme bestätigen: „Wir hoffen, dass wir noch vor Ostern ernten können.“ Der Spargel brauche eine Wärme von circa zwölf Grad in der Erde. Bei den kalten Temperaturen in der Nacht würde er nun erst einmal stehen bleiben.

Dunkel und warm soll es das Gemüse haben, dabei helfen auch die schwarzen Folien. Aufdecken, abdecken, kontrollieren – „Das ist jetzt gerade die hauptsächliche Arbeit“, sagt Klemme.

Für den Caldener Spargel werden etwa 40 Hektar Feld benötigt. „Bei uns helfen etwa 50 Leute beim Spargelstechen und 15 beim Verarbeiten“, erklärt Klemme. Fülling spricht von insgesamt fünf Hektar und zehn Personen in seinem Team.

Doch egal, wie viele Helfer mitmachen – die wichtigste Helferin ist zu diesem Zeitpunkt die Sonne. Sie bestimmt den Startschuss für Spargelsaison und anschließend auch für die Ernte der nächsten Delikatesse: Erdbeeren. (Daria Neu)

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