Zukunft des Gebäudes offen

Bauakademie: Kein Geld, die Sanierung stockt

+
Absperrung: Der Bürgersteig vor der Bauakademie (Bild oben) darf zurzeit nicht betreten werden. Es droht Gefahr durch herabfallende Dachziegel. Das Bild unten zeigt eine Inschrift im Balken über der Eingangstür, die auf das Baujahr 1733 hinweist .

Grebenstein. Am Gebäude der Bauakademie in Grebenstein ruhen seit Monaten die Bauarbeiten. Ein Bauzaun versperrt den Bürgersteig, um Fußgänger vor herabfallenden Dachziegeln zu schützen.

Wie es mit dem denkmalgeschützten Gebäude weitergeht, ist offen. „Es gibt mehrere Varian-ten, die geprüft werden“, sagt Bürgermeister Danny Sutor, der zugleich Schatzmeister im Förderverein der Bauakademie ist.

Mit Euphorie gestartet

Vor sechs Jahren startete das Projekt mit viel Euphorie. „Als konkretes Bauobjekt ist beabsichtigt, das Fachwerkgebäude Obere Schnurstraße 7 zu sanieren und langfristig zu einem Kompetenzzentrum für denkmalgerechtes Bauen (Bauakademie Grebenstein) zu überführen“ hieß es seinerzeit auf der Homepage der Bauakademie. Von Bund und Land mit einem sechsstelligen Betrag unterstützt, sollte das heruntergekommene Gebäude zu einem Schmuckstück werden. Am direkten Beispiel könne man Interessierten zeigen, wie eine fachgerechte Sanierung alter Häuser ausgeführt wird, so der Ansatz. Das Gebäude wurde entkernt, anfangs fanden mehrere Seminare statt, und auch die Stadt hob das Projekt immer wieder als beispielgebend hervor.

Doch dann wurde es ruhiger um die Bauakademie. Für eine breite Öffentlichkeit augenfällig und aufhorchen ließ sie erst wieder im Herbst vergangenen Jahres: Nachdem Dachziegel vom Gebäude auf die Straße fielen, wurde aus Sicherheitsgründen der Bürgersteig vor dem fast 300 Jahre alten Gebäude gesperrt. Seither, so berichten Anwohner, seien keine arbeitenden Menschen mehr im Haus gesehen worden. „Uns fehlt das Geld“, sagt der Vorsitzende, Peter Reuting, der vor gut zwei Jahren an die Spitze gewählt wurde, zu einem Zeitpunkt also, als es um die Akademie schon ruhig geworden war. Nötig seien die Finanzmittel, um das Dach zu sanieren. Man sei deshalb in engem Kontakt mit dem Amt für Denkmalpflege, um Geld loszueisen. Doch selbst wenn das gelingt, ist die Zukunft nicht gesichert. „Wir brauchen Komplementärmittel.“ Die könnten aus dem Stadtsäckel kommen, doch das gilt als unwahrscheinlich. „Bis April wissen wir, wie es weitergeht“, sagt Reuting. Ein ehrenamtlicher Verein, so schätzt er, könne das Haus aber nicht richtig sanieren. Man leiste schon viel, wenn man es vor dem weiteren Verfall rette.

Eine Option, um die Zukunft des Hauses zu sichern, wäre der Verkauf an einen Investor, der bereit ist, es wieder instand zu setzen. Bei der Jahreshauptversammlung im Dezember wurde diese Option lebhaft diskutiert. Deutlich wurde, dass alle gerne an dem Gebäude festhalten wollen. Aber deutlich wurde auch, dass ein Verkauf wohl sinnvoller ist. Ein entsprechender Auftrag wurde an den Vorstand vergeben. In den nächsten Monaten wird sich wohl zeigen, ob sich ein Privatinteressent findet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.