In Grebenstein wird die Ernte eingeholt

Mit dem Mähdrescher auf dem Feld unterwegs

Jörg Kramm und Moritz Kramm stehen vor dem Mähdrescher auf dem Feld in Grebenstein.
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Mit dem großen Mähdrescher ernten Jörg Kramm (links) und sein Sohn Moritz Kramm das Getreide.

Zum Erntebeginn sind die Landwirte viel mit ihren Mähdreschern auf den Feldern unterwegs. Die Gerstenernte ist bereits abgeschlossen – nun ist der Weizen dran.

Grebenstein – Jörg Kramm, stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Kurhessen, und sein Sohn Moritz Kramm, angehender Landwirt, ernten momentan in Grebenstein.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr habe es viel bessere Erträge gegeben. „Bis jetzt hatten wir eine schöne Ernte“, betont Jörg Kramm. Das liege vor allem an der Witterung und dem Standort. „Wir hatten wirklich Glück, es gab keine Unwetter, deswegen steht das ganze Getreide noch“, erklärt Kramm. Zudem wurden die Pflanzen in diesem Jahr kaum von Krankheiten oder Pilzen befallen und mussten demnach weniger behandelt werden.

Ein Gigant holt die Ernte ein: Mähdrescher trennt Korn und Stroh

Eine wichtige Maschine wird für die Ernte benötigt –der Mähdrescher. „Das System ist total einfach“, schildert Kramm. Zuerst werde das Getreide geschnitten und komme dann in die Dreschtrommel. Das kann man sich wie einen Korb oder eine Waschmaschinentrommel vorstellen. Durch den Korb komme zunächst erst mal nichts durch. Die Trommel schlage das Getreide so lange klein, dass es durch die Öffnung des Korbes gelangt. Im Schüttler werde das Getreide dann geschüttelt, damit sich Stroh und Körner voneinander trennen. Das Stroh gelange dabei nach oben und die Körner bleiben unten. Die Körner befinden sich über einem Sieb, unter dem es ein Gebläse gibt. Dieses sorge dafür, dass das Stroh nach oben gepustet wird und die Körner in den Körnertank gelangen. „Später wird der Körnertank dann auf einen Anhänger entleert“, sagt Kramm. Im hinteren Teil des Mähdreschers befindet sich ein Häcksler, der das Stroh klein schreddert, ehe es vom Gebläse zurück aufs Feld befördert wird, wo es dann als Dünger dient.

Kühler Logenplatz: Moritz Kramm fährt den Mähdrescher, der über eine klimatisierte Fahrerkabine verfügt.

Während sein Sohn mit dem Mähdrescher auf den Feldern unterwegs ist, kontrolliert Kramm auf dem Boden das ausgeschüttete Stroh. „Manchmal ist das Gebläse zu hoch eingestellt, dass Körner mit raus geblasen werden“, erklärt Kramm. Deshalb kriecht er über den Boden und überprüft, ob er zwischen dem Stroh auch Körner entdeckt. Wenn das der Fall ist, müssen die Einstellungen des Gebläses noch einmal geändert werden.

Ein Gigant holt die Ernte ein: Riskante Überholmanöver von Autofahrern

Um mit dem Mähdrescher von Feld zu Feld zu kommen, nutzt er die Landstraßen. Doch die Autofahrer dort seien nicht immer rücksichtsvoll und zum Teil genervt, wenn so ein langer, breiter und langsamer Maschinengigant vor ihnen herfährt. Auch auf Straßen, die viel von Radfahrern befahren werden, gebe es ab und zu Konflikte.

„Oft schätzen die Autofahrer die Maschine falsch ein und starten dann gefährliche Überholmanöver“, erklärt Moritz Kramm. An unmöglichen Stellen passiere das manchmal. Zudem werde auch nicht bedacht, dass die Mähdrescher beim Abbiegen extrem ausschwenken. „Wir würden natürlich auch gerne schneller fahren, aber es geht leider nicht“, betont Kramm.

Daher hoffen die Landwirte auf mehr Verständnis von den Autofahrern, schließlich hätte jeder seinen Nutzen davon. „Wir bitten darum, dass die Leute auch mal langsamer oder kurz zur Seite fahren, wenn sie die Maschinen sehen“, sagt Jörg Kramm. „Oder, dass etwas Verständnis gezeigt wird, wenn bei einem drohenden Wetterumschwung auch mal nachts gedroschen werden muss und so mehr Lärm entsteht.“ (Samira Müller)

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