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Baupannen am Eulenturm in Grebenstein werden für 290.000 Euro behoben

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Von: Thomas Thiele

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Der Pulverturm
Fertig: Der Pulverturm ist ohne Zugang für alle. © Thomas Thiele

Der Grebensteiner Eulenturm wird im Moment saniert. Zwei Probleme haben die ursprünglichen Planungen erschwert.

Grebenstein – Aufwändiger als geplant verläuft derzeit die Sanierung des Eulenturms als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung in Grebenstein. Die voraussichtlichen Sanierungskosten betragen nun aktuell etwa 290.000 Euro, berichtet Bürgermeister Danny Sutor.

Warum das so ist, erklärten Sutor, Bauhofleiter Kai Seuthe und Steinmetzmeister Michael Sachon bei einem Ortstermin an und auf dem Turm.

Der Lindenturm von unten.
Fertig: Der Lindenturm soll begehbar werden. © Thomas Thiele

Es gibt zwei Probleme, von denen eines auch schon bei der Sanierung des Lindenturmes und des Pulverturmes im vergangenen Jahr aufwändig behoben werden musste. Bei Sanierungen Anfang der 1980er Jahre wurde statt des originalen wasserdurchlässigen Kalkmörtels ein damals aktueller undurchlässiger Betonmörtel verwendet, der das Wasser in den Fugen einschloss, Risse bildete und zu Frostsprengungen führte. Sandsteine und Fugenfüllungen zerbröselten mit der Zeit.

Das zweite Problem war die Betonplatte, die vermutlich in den 1970er Jahren, der Zeitpunkt lässt sich nicht mehr genau klären, als Abdeckung auf den Turm gebracht wurde. Der um 1370 an einem Steilhang an der Südwestecke der Oberstadt errichtete, 15 Meter hohe Eulenturm hieß 1723 Storckturm, 1779 wurde er großer Hilten-Turm hinter der obersten Uhlenburg genannt. Auf den Stadtansichten aus dem 16. und 17. Jahrhundert ist er nicht zu erkennen, da er etwas vertieft hinter dem Stadtplateau steht. Er besaß ein Kellerverlies und oben an der Spitze ein Gewölbe und möglicherweise, ebenso wie der Pulverturm und der Lindenturm, eine gemauerte Kegelspitze. Die Spitze ist vor Jahrhunderten eingestürzt, ebenso wie die hölzernen Zwischenböden vermoderten.

Kai Seuthe begutachtet Löcher und tiefe Risse am Eulenturm
Löcher und tiefe Risse: Die Steine im Eulenturm zerbröseln, wie Kai Seuthe vom Bauhof hier demonstriert. © Thomas Thiele

Um den Bestand zu sichern, war in dem Turm, der auch als Trafostation diente, die Betonplatte mit zwei Stahlträgern eingezogen worden, zudem wurden zusätzliche mannshohe Zinnen, die es hier vorher nicht gab, auf die Brustwehr gesetzt.

Michael Sachon steigt neue Stürze
Schwierig: Michael Sachon zeigt neue Stürze. © Thomas Thiele

Die Betonplatte war nach Angaben von Bauhofleiter Seuthe, Bürgermeister Sutor und Steinmetz Sachon nicht richtig abgedichtet, so dass Wasser jahrelang innen in den Turm und die Mauern lief. An der Turmspitze waren die 1,50 Meter dicken Mauern bis in vier Meter Tiefe komplett durchweicht und bröselig geworden, die Steine hielten nur noch durch ihr Gewicht aufeinander.

Deshalb wurde die Betonplatte abgetragen, das Mauerwerk abschnittsweise aufgenommen und wieder neu hochgemauert. Dafür mussten tonnenweise Sandsteine per Kran vom Turm herabgeholt, geprüft, sortiert und gemischt mit neuen Steinen wieder emporgehievt werden, um sie dann in aufwändigern Handarbeit neu zu setzen. Für die gerundeten Fensterstürze wurden hölzerne Model gezimmert. „Und das neue Gewölbe war schon eine Herausforderung“, schildert Steinmetz Sachon.

Vier Arbeiter während der Arbeiten am Eulenturm
Schwerarbeit: Vier Meter der schwer beschädigten Eulenturm-Mauerkrone mussten abgetragen und aus alten und neuen Steinen wieder aufgebaut werden. © Thomas Thiele

Die abgetragenen Zinnen werden nicht wieder aufgebaut. Obendrauf wird zum Abschluss ein hölzerner Dachstuhl mit Zinnblecheindeckung montiert, der optisch deutlich macht, dass es ein Aufbau aus heutiger Zeit ist. Fertig wird der letzte und kleinste der drei Türme wohl im April. Ob und wie es eine Einweihung gibt, ist noch offen, ebenso, ob und wie die Türme künftig zugänglich sein werden.

Laut Sutor sind die Ausgaben gerechtfertigt: „Die historische Stadtmauer und die Türme sind doch ein wichtiger Teil der Identifikation der Bürger mit unserer Stadt. Wir sind verpflichtet, diese Zeitzeugen zu erhalten.“ (Thomas Thiele)

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