40.000 Büsche voller Beeren: Ernte in Grebenstein läuft noch

Schwarze Johannisbeeren: Nach dem Pflanzen neuer Büsche wachsen erst im dritten Jahr die ersten Beeren. Landwirt Lothar Trinoga aus Grebenstein bewirtschaftet Felder mit verschieden alten Pflanzen der schwarzen Beerenfrüchte. Foto:  A. Fischer

Grebenstein. Auf dem Hof Trinoga in Grebenstein ist Erntezeit - für Beeren. Rote, schwarze und gelbe Johannisbeeren prangen an den Büschen und warten darauf, gepflückt zu werden.

Allein drei verschiedene Sorten der schwarzen Johannisbeere (früh, mittel und spät) bewirtschaftet Lothar Trinoga auf einer Fläche von 10 Hektar, weitere 10 Hektar sind mit Stachelbeeren, roten Johannisbeeren, Aroniabeeren und Holunderbäumen bepflanzt.

Nach der Blüte im Frühjahr benötigen die Früchte drei Monate bis zur Reife. Erntezeit ist in der Regel von Ende Juli bis Anfang August.

Wichtige Bedingung für ein gutes Heranreifen der Früchte sei Feuchtigkeit im Boden, etwa 600 Millimeter Niederschlag seien optimal, sagt Lothar Trinoga. Aber auch der Sonnenschein darf nicht fehlen, dieser sorge für die Reife und Süße der Früchte.

Bestäubung durch Bienen

Ein besseres Heranwachsen der Beeren wird laut Trinoga durch die Bestäubung der Blüten von Bienen erzielt. Deren Stöcke werden während der Blüte von einer Imkerin zu den Johannisbeerplantagen gestellt.

Der Trend geht, so Trinoga, zum Anbau der früheren Sorten hin. Damit wird das Risiko eines Schädlingsbefalls minimiert. Besonders gefährlich sei die Kirschessigfliege, die auch auf dem Hof Trinoga vor einigen Jahren innerhalb von drei Tagen rund 50 Prozent Verlust einbrachte.

Die Preise der schwarzen Johannisbeeren sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich, die Landwirte handeln diese ebenso wie die zu liefernde Menge bereits vor der Ernte mit den festen Abnehmern aus. Im Falle Trinogas ist das die Anbaugemeinschaft Rhön/Vogelsberg. Sie verarbeitet die Beeren zu Säften, Marmeladen, Likören und Schnaps.

Bis zu acht Tonnen

Sein Hof habe stets die angefallenen Kosten decken können und sogar so gewirtschaftet, dass stets ein kleiner Gewinn übrig geblieben ist. Zwischen sechs und acht Tonnen schwarze Johannisbeeren erntet Lothar Trinoga jedes Jahr von den rund 40 000 Sträuchern.

Selbstpflücker können kleinere Mengen auf den Johannisbeerfeldern direkt ernten, im hofeigenen Laden können die Produkte aber auch unter der Marke der landwirtschaftlichen Direktvermarkter „Land Markt“ gekauft werden. Überwacht werden die Produkte von der Agrar-Beratungs- und Controll GmbH (ABCG), die bis zu zwei Mal jährlich Proben der Beeren verlangen und den Hof sowie die Felder kontrollieren kann. Alle zwei Jahre wird dem Hof bei Erfüllung der Auflagen ein neues Zertifikat ausgestellt.

Im Winter, wenn die Sträucher keine Früchte tragen, widmet sich Lothar Trinoga der Pflege der Beerensträucher und Holunderbäume und dem Verkauf von Weihnachtsgeflügel. Außerdem steht dann die Buchhaltung an.

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