Mit der Burg Grebenstein fing das Stadtleben an

Geschichtsträchtig: Die Ruine der etwa 750 Jahre alten Burg Grebenstein. Von der Plattform aus bietet sich Besuchern ein herrlicher Panoramablick. Foto: Binienda-Beer

Grebenstein. Vor 750 Jahren wurde die Burg Grebenstein gebaut. Darüber gibt es jetzt eine Ausstellung im Ackerbürgermuseum.

Ohne Burg keine Stadt. Grebenstein verdankt seine Gründung dem trutzigen Bauwerk auf einem aus allen Himmelsrichtungen sichtbaren markanten Basaltkegel, dem Burgberg. Auch wenn von der mittelalterlichen Anlage nur die immernoch imposante Ruine des Palas erhalten ist, mit ihrer Burg identifizieren sich die Grebensteiner bis heute wie mit keinem anderen Ort im Stadtgebiet. Sie ist, wenn auch nicht Teil des offiziellen Wappens, das Wahrzeichen der Stadt. Das könnte jetzt 750 Jahre alt sein.

Eine Urkunde, die den exakten Baustart belegt, ist nicht bekannt. Aber, so weiß Grebensteins ehrenamtlicher Museumsleiter Wolfgang Tölle, Historiker sehen die Anfänge um das Jahr 1265. Denn seinerzeit wurden in Grebenstein für eine feudale Nutzung Ländereien erworben. Als Erbauer der mächtigen Anlage gilt Graf Ludolph V. von Dassel. Die erste Urkunde zur Burg stammt vom 8. Juli 1272. Im August 1297 ging die Burg Grebenstein in das Eigentum des Landgrafen Heinrich I. von Hessen über: Es folgte die Gründung der Grebensteiner Altstadt. Hoch oben auf dem Berg erblickte um 1341 der späterere Landgraf von Hessen, Hermann II. (1377-1413), das Licht der Welt. Hermann der „Gelehrte“, Sohn des Junkers Ludwig von Grebenstein, erneuerte die Burg um 1400.

Im Jahr 1616 ist die Anlage noch vollständig erhalten, sie wird als landgräflicher Fruchtspeicher und Wohnung genutzt. Dann der 30-jährige Krieg: Bayerische Truppen zerstören die Burg. Das Dach stürzt ein, übrig bleibt eine Ruine. Am 8. April 1641 erklärt Landgräfin Amelia Elisabeth, „die Burgk zue Grebenstein wird nicht mehr gepraucht“. Nur der Palas steht noch. In den 1930er- und -60er Jahren gab es Erhaltungsarbeiten, in jüngerer Vergangenheit wurde eine Stahltreppenkonstruktion eingebaut. Wer so ohne viel Mühe den Palaskranz erreicht, genießt einen herrlichen Panoramablick.

Romantik pur im Grünen unter der Ruine lockte lange Zeit junge Liebende an. Ortsansässige wissen: Hier hat sich manches Paar fürs gemeinsame Leben gefunden. Zu Ausflugszwecken pilgern Grebensteiner und Gäste bis heute gerne auf den Burgberg. Die Besucher schätzen neben dem historischen Charme den Reiz der neuen Denklehrpfade. Die Zeit des Burgbergs als beliebter Treff von Vereinen scheint aber vorüber. Bürgermeister Danny Sutor bedauert das. „Es wäre traumhaft schön, wenn die Grebensteiner Vereine den Burgberg wieder für sich entdecken würden.“ Der Haken: keine ausreichende Infrastruktur. Das ist auch der Grund, warum der vermutete 750-jährige Burggeburtstag nicht größer gefeiert wird.

Ausstellung im Ackerbürgermuseum: Die Präsentation „750 Jahre Burg Grebenstein“ ist vorerst zum letzten Mal am kommenden Sonntag, 17. Mai, von 14 bis 17 Uhr zu sehen.

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