Kein Magistrat mehr für Claudia und Reinhard Seuthe 

Ja-Wort brachte das Aus: Paar muss wegen Heirat Kommunalpolitik verlassen

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Seit Jahren ein Paar: Claudia und Reinhard Seuthe lebten und arbeiteten ehrenamtlich zusammen. Das ist nun vorbei. Kommunalpolitisch werden sie in naher Zukunft nicht mehr tätig sein. 

Grebenstein. Reinhard und Claudia Seuthe aus Grebenstein haben am 7. Juli dieses Jahres nach langer Beziehung geheiratet. Als sie sich auf Schloss Waldeck am Edersee das Ja-Wort gaben, wussten die beiden noch nicht, dass dies gleichzeitig das Aus für ihre kommunalpolitische Arbeit bedeutet.

Beide gehören der Grebensteiner CDU an. Beide wurden bei der Kommunalwahl 2016 in den Magistrat gewählt. Das Amt macht ihnen Spaß, sie können ihre langjährigen Erfahrungen in der Kommunalpolitik gut in die Magistratsarbeit einbringen. Sie kennen die Stadt, leben dort auch seit Jahren unter einem Dach. Doch als verheiratetes Paar dürfen sie nicht beide Mitglieder im Magistrat sein. Das steht so in der Hessischen Gemeindeordnung (HGO). In der Stadtverordnetenversammlung ist eine Heirat dagegen kein Problem. Doch wer in den Magistrat aufgerückt ist, für den gibt es kein Zurück mehr.

„Wir wussten nichts von der Regelung in der HGO, bis wir kurz nach unserer Hochzeit in der Stadt darauf angesprochen wurden. Aber auch wenn, hätten wir sicher trotzdem geheiratet“, sagt Reinhard Seuthe lachend. Einer von beiden muss nun also von seinem Amt zurücktreten, der andere kann theoretisch weitermachen. „Das wollten wir aber nicht. Es birgt zuviel Konfliktpotenzial, und das geht auf Dauer nicht gut.“ Also treten beide zurück.

„Das ist sehr schade, wir haben die Arbeit wirklich gern gemacht und viel Zeit investiert“, sind sich die beiden einig. Vergangene Woche hätten sie noch Magistratssitzung gehabt und nicht gewusst, dass es ihre letzte sein wird.

Ihre Nachfolger stehen bereits fest: Edith Hilgenberg und Michael Heimberg werden ab jetzt die CDU-Fraktion im Grebensteiner Magistrat vertreten. Auf der Facebook-Seite der CDU Grebenstein bedankt sich die Fraktion für das Engagement der Nachrücker, sagt aber auch, dass es die Fraktion sehr bedauere, das Claudia und Reinhard Seuthe ihr Amt ungewollt niederlegen. „Wir können aber weder am Gesetz noch an den Beweggründe etwas ändern.“

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