Umbau des Fachwerkhauses Marktstraße wird teurer

Dauerbaustelle in Grebenstein: Gerüst soll bald weg

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Ärgernis für die Grebensteiner: Dreck, Verkehrsbehinderung und Lärm – das Haus an der Marktstraße 28 ist seit Jahren eine Dauerbaustelle. Doch jetzt ist laut Philippstiftung ein Ende in Sicht. 

Grebenstein. Die Dauerbaustelle an der Grebensteiner Marktstraße 28 soll Ende des nächsten Jahres verschwinden.

Dann werde der Umbau des Fachwerkhauses zu einem Gesundheits- und Pflegezentrum abgeschlossen sein, kündigt die Philippstiftung an. Das Baugerüst könne vielleicht schon im Januar abgebaut werden.

Wilfried Gründel, Geschäftsführer der Philippstiftung, erklärte dem Parlament nun, warum das Projekt so lange dauert und teurer wird. Das Haus Marktstraße 28 ist für viele Grebensteiner ein Ärgernis: Die Dauerbaustelle stört seit über zwei Jahren das Stadtbild. Dreck und Verkehrsbehinderungen nerven Anwohner. Den Ärger habe auch die Philippstiftung zu spüren bekommen, sagte Gründel. Es gebe aber stichhaltige Gründe für die Verzögerungen: „Pleiten Pech und Pannen“, sagte er.

Denn das 400 Jahre alte Gebäude enthielt böse Überraschungen: Es gab keine richtigen Fundamente, Steine wurden nur mit Lehm gestapelt. „Das hat die Sache ungeheuer problematisiert“, erklärte Gründel. Um das Haus zu sichern, mussten deshalb 92 Bohrpfähle in die Erde. Das allein kostete 91 000 Euro. Auch die Fundamente zur benachbarten Sparkasse musste für 33 000 Euro neu gemacht werden. „Sonst hätte es passieren könne, dass sich die Sparkasse in Bewegung setzt.“ Die Schachtung mussten per Hand gemacht werden.

So verging Monat um Monat und die Überraschungen hörten nicht auf: Für den Austausch von Fassadenbalken kamen 75 000 Euro hinzu. Man stellte zudem fest, dass das Gebäude schief war. Ein Höhenunterschied von 45 Zentimeter in einem Raum musste ausgeglichen werden. „Da können wir sonst keine Tagespflege rein machen“, erklärte Gründel.

Ein Bauprojekt mit solchen Verzögerung habe die Philippstiftung noch nie erlebt. Und selbst der Versuch, die Arbeiten zu beschleunigen brachte neue Probleme: „Anfangs hatten wir drei Firmen wöchentlich im Einsatz, doch dann haben wir Behinderungsanzeigen bekommen.“ Das bedeutet: Weil sich die Arbeiter gegenseitig im Weg standen, machten die Firmen Arbeitszeitverlust geltend.

Momentan steht das ursprüngliche 2,6 Millionen-Projekt vor einer Kostensteigerung von 270 000 Euro. Der Geschäftsführer der Philippstiftung hofft, das sich dies noch reduzieren. Die Zwei werde aber vorne stehen.

Ursprünglich war ein Kostenanteil der Stadt von 1,1 Millionen vorgesehen, die Stiftung sollte 674 000 Euro tragen. Der Rest ist Fördergeld und wird nicht erhöht werden. Stadt und Stiftung werden sich also bei der Übernahme der Mehrkosten einigen müssen. Aktuell soll der Putz gestrichen werden. Dazu darf es nicht zu kalt sein.

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