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In Udenhausen gehören Apollo und Bruno zur Familie

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Von: Marvin Hinrichsen

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Bei schlechtem Wetter stets im Stall: Florian Hampe mit seinen zwei Thüringern Waldeseln Apollo und Bruno.
Bei schlechtem Wetter stets im Stall: Florian Hampe mit seinen zwei Thüringern Waldeseln Apollo und Bruno. © Marvin Hinrichsen

Störrisch ist wohl eines der Adjektive, das Eseln am häufigsten zugeschrieben wird.

Grebenstein – Doch laut Florian Hampe trifft dies nur bedingt zu. Der Udenhäuser hält selbst zwei Esel als Haustiere und schätzt ihre Pfiffigkeit jeden Tag aufs Neue. Apollo und Bruno gehören zur Familie – so wie für andere ein Hund oder eine Katze. Für Florian Hampe ist es daher kein Wunder:

Der Esel ist Haustier des Jahres 2022

„Eines kann ich definitiv sagen: Unsere Thüringer Waldesel sind alles andere doof“, erklärt Hampe. Die zwei Vierbeiner seien sehr ruhige, aber auch neugierige und intelligente Wesen. „Wenn ich in den Stall komme, lachen die Zwei mich förmlich an.“ Das sehe immer wieder ulkig aus.

Ursprünglich stammen die Tiere aus dem Tierpark Sababurg, der gelegentlich Tiere aus Platzgründen verkauft. „Als wir mitbekommen haben, dass der Tierpark Esel abzugeben hat, haben wir uns sofort gemeldet“, sagt Hampe. Zunächst sei nur ein Esel als Geburtstagsgeschenk für seine Ehefrau geplant gewesen. Er sollte auch die Pflege der Wiese übernehmen.

„Meine Frau hatte sich schon immer ein Pony und einen Esel gewünscht“, erinnert sich Hampe. An ihrem 30. Geburtstag sei es dann so weit gewesen. „Sie war von Beginn an begeistert von Apollo.“

Da es wichtig sei, den Tieren eine Beschäftigung zu geben, und deshalb eine Einzelhaltung immer schwierig wäre, sei schnell der Entschluss gefasst worden, noch einen zweiten Waldesel anzuschaffen. „Dann kam Bruno dazu“, berichtet Hampe. Ebenfalls aus dem Tierpark.

Bis heute habe das Ehepaar die Entscheidung keine Sekunde lang bereut

„Wenn ich einen Eimer oder eine Bürste im Stall liegen lasse, dann wird der Gegenstand über die ganze Wiese getragen“, sagt Hampe und lacht. Auch wenn mal ein Ball der Kinder in den Stall fliegen würde, wüssten die Esel sich damit zu beschäftigen. Die Tiere würden der Familie jeden Tag eine große Freude machen.

Nicht ohne Grund sei der Esel das Haustier des Jahres geworden, findet Hampe. Auch die anderen Anwohner würden sich sehr über die Tiere freuen, wenn sie an der Weide vorbeikämen. Dennoch sei der Vorwurf der Sturheit nicht ganz von der Hand zu weisen. Wenn sie keine Lust hätten, sich fortzubewegen, dann könnte man machen, was man wolle – die Waldesel würden sich keinen Meter bewegen.

Auch Regen würden die beiden überhaupt nicht mögen. „Wenn es regnet, hat man keine Chance, dann bleiben die nur in ihrem Stall.“ Bei manchen Pferden sei es aber genauso, nimmt Hampe seine Haustiere sofort wieder in Schutz.

Seine Esel würden keineswegs nur das Gras fressen und niedlich schauen, sondern auch als eine Art Alarmanlage fungieren. „Seit wir die beiden Esel haben, sind die Angriffe von Greifvögeln oder Füchsen auf unsere Hühner stark zurückgegangen.“ Ein Esel sei ein ganz besonderes Haustier.

Dies sehen offenbar auch andere Besitzer so, denn im Landkreis Kassel waren vergangenes Jahr 90 Esel gemeldet. (Marvin Hinrichsen)

Stiftung wählt das Tier des Jahres

Die Stiftung Bündnis Mensch & Tier wählt das Tier des Jahres. Die Kampagne soll auf die Bedürfnisse der Tiere aufmerksam machen und zeigen, wie man eine artgerechte Tierhaltung und einen guten Umgang verwirklichen kann. „Die Initiative Haustier des Jahres soll anregen, die Tiere aus einem neuen Blickwinkel zu sehen und sie noch besser kennenzulernen“, sagt Carola Otterstedt, Sprecherin der Stiftung und fügt hinzu: „Dabei wechseln wir immer zwischen Heim- und Nutztieren und schenken diesen besondere Aufmerksamkeit.“ 

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