Vorstand wirft Trendelburger Bürgermeister Falschinformationen vor

EGR-Kritik: Lange vertritt nicht die Position der Stadt

Die Energiegenossenschaft Reinhardswald plant den Bau von mehreren Windrädern, wie hier bei Trendelburg
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Die Energiegenossenschaft Reinhardswald plant den Bau von mehreren Windrädern, wie hier bei Trendelburg.

Das Interview mit Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange zum geplanten Windpark im Reinhardswald hat die Befürworter auf den Plan gerufen.

Reinhardswald - In einer Stellungnahme an unsere Zeitung wirft der Vorstand der Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) Lange vor, teilweise falsche Informationen in dem Gespräch wiedergegeben zu haben. Zum einen herrsche großes Unverständnis bei der EGR in Bezug auf eine Aussage von Martin Lange. Diese bezieht sich darauf, dass er glaube, dass das Genehmigungsverfahren vor Gericht gehe. Dies würde für die Kläger einiges an Kosten bedeuten, weshalb Lange auf zahlreiche Spenden hoffe. „Hier vertritt er als Bürgermeister klar Partikularinteressen (Anmerkung der Redaktion: Einzelinteressen) der Projektgegner und nicht die Position der Stadt Trendelburg, die er als Bürgermeister zu vertreten hat“, schreibt der EGR-Vorstand, der dies als Spendenaufruf sieht.

Weiter äußerte sich die EGR zu der geplanten Windradanlagenzahl im Reinhardswald. Eine von Bürgermeister Lange angesprochene Reduzierung von 18 auf 12 Windenergieanlagen sei rechtlich nicht möglich. „Durch den mit Hessen Forst abgeschlossenen Pachtvertrag werden klare Vorgaben zur Flächenausnutzung gemacht. Dass hier die EGR maßgeblich Einfluss auf die Planungen genommen hat, lässt sich daran ablesen, dass rechnerisch eine höhere Anlagenanzahl möglich gewesen wäre“ heißt es in der Mitteilung. Man widerspreche zudem, dass die Stadt Trendelburg bezüglich der Anzahl der geplanten Anlagen innerhalb der EGR überstimmt wurde. „Zu keinem Zeitpunkt hat die Stadt Trendelburg gegen die Planungen gestimmt. Im Gegenteil: Alle diesbezüglichen Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, also mit der Zustimmung der Stadt“, so die Vorstände.

Martin Lange hatte sich in dem Interview auch zum Teilregionalplan Energie Nordhessen geäußert. Laut der EGR ist dieser unumstößlich, da bereits 2016 klare Rahmenbedingungen für die Energiewende in der Region geschaffen worden seien. „Zu glauben, dass der Teilregionalplan Energie Nordhessen gekippt wird, gehört in die Welt der Märchen“, heißt es vonseiten der EGR. Trotzdem müsse jeder einzelne Standort einer Windenergieanlage dem Prüfverfahren nach dem Bundesimmissionsrecht standhalten, betont der Vorstand.

Mit möglichst viel erzeugter regionaler Energie vermeide man Verluste, Transportwege und könne so die regionalen Energieversorger und Energiegenossenschaften miteinbinden. „Die Stadt Trendelburg als Akzeptanzbeschafferin zu bezeichnen, ist Sand in den Augen der Menschen: Trendelburg ist nur eine von neun Gründungskommunen“, schreiben Danny Sutor und Karsten Schreiber. Von den ursprünglichen neun Kommunen sind noch Grebenstein, Immenhausen, Fuldatal und Trendelburg Mitglieder in der EGR. Weiterhin beanstandet der Vorstand, dass der Reinhardswald-Windpark nicht der Stadt Trendelburg zugerechnet werde, sondern dem Land Hessen. (Nela Müller)

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