Trinkwasserversorgung

Udenhausen kämpft für eigene Quelle

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Kämpft für den Erhalt der Quelle: Udenhausens Ortsvorsteher Fritz Fischer weiß im Kampf um die eigenständige Wasserversorgung den ganzen Ort hinter sich.

Udenhausen. Ortsvorsteher Fritz Fischer macht sich für eine eigenständige Trinkwasserversorgung stark. Wir sprachen mit ihm über die Gemütslage in Udenhausen.

Die Zukunft der Trinkwasserversorgung ist das beherrschende Thema in Udenhausen. Zu einer Bürgerversammlung kamen über 250 Bürger und machten klar, dass sie auch künftig eigenständig bleiben wollen

Herr Fischer, die Udenhäuser wollen ihre eigene Quelle behalten, auch wenn ein Anschluss an Grebenstein preiswerter wäre. Warum denn das?

Fischer: Die Qualität des Udenhäuser Wassers ist deutlich besser. Aber Hauptpunkt ist die Versorgungssicherheit. Wir haben ein natürliches Gefälle von der Quelle bis in die Haushalte. Selbst bei Stromausfall haben wir also Wasser. Von Grebenstein aus müsste das Wasser aber hoch gepumpt werden.

In Grebenstein wird auch gepumpt. Aber es saß noch niemand auf dem Trockenen. 

Fischer: Es gab auch kein Reaktorunglück in Deutschland – und wir schalten die Atomkraftwerke ab. Eine solche vorausschauende Politik muss es auch in der Wasserversorgung geben. Man weiß nie, was passiert.

Wie wollen Sie den Menschen in Grebenstein oder Burguffeln klar machen, dass sie für diesen Wunsch der Udenhäuser mehr bezahlen müssen? 

Fischer: Es muss niemand mehr zahlen. Die Stadt hat in den letzten Jahren im Wasserhaushalt Überschüsse erzielt. Außerdem gehen wir davon aus, dass ein einfacher Sandfilter reicht, um die organischen Verschmutzungen herauszufiltern.

Die Fachleute wollen eine Doppel-Filterung. 

Fischer: Wir hatten in letzter Zeit eine sehr provisorische Lösung, um dass Problem zu lösen. Das reichte. Und ein Sandfilter kostet 40 000 Euro. Dieser Betrag muss für Udenhausen drin sein.

40.000 Euro sind 40.000 Euro. 

Fischer: Die Fachleute schreiben solche Investitionen auf 40 Jahre ab. Das sind dann 1000 Euro im Jahr. Der Gebührenhaushalt Wasser hat ein Volumen von 658.000 Euro – nur um die Größenordnung zu verdeutlichen.

In Grebenstein sagt man: Die Udenhäuser wollen die Grebensteiner nicht. Deshalb wollen sie auch nicht deren Wasser. 

Fischer: So kann man es nicht sagen. Natürlich haben beispielsweise Schachten und Grebenstein schon von jeher engere Kontakte. Udenhausen war ja lange selbstständig, hatte Geschäfte und so.

Selbständigkeit weg, Edeka weg, Post weg, Geldinstitute weg - nur noch beim Wasser sind sie selbständig. Ist das vielleicht der wahre Grund für den emotionalen Kampf, der den Eindruck vermittelt: Wir wollen die Quelle erhalten, koste es was es wolle? 

Fischer: So ist es nicht. Wenn es unverhältnismäßig teuer wäre, würden wir es nicht fordern. Aber wenn für Kernstadt viel Geld für den Freienhof, für die Friedhof-Wilhelm-Nordbahn und sogar ein Blankoscheck für das Haus Marktstraße 28 ausgestellt wird, dann sollte auch ein wenig Geld für Udenhausens Wasser da sein.

Wie wollen Sie die Stadtverordneten überzeugen? 

Fischer. Unsere Abgeordneten, gleich ob CDU oder SPD, werden in ihren Fraktionen natürlich entsprechend argumentieren. Es lohnt sich doch nicht, wegen diesen Betrages einen ganzen Ortsteil zu verärgern.

Und hat sich der Bürgermeister inhaltlich schon geäußert, welche Meinung er hat? 

Fischer: Der sagt: Die Entscheidung fällt die Stadtverordnetenversammlung. Man muss ja nichts Böses denken, aber nächstes Jahr sind Bürgermeisterwahlen. Und ein schlechtes Abschneiden in Udenhausen wäre peinlich für ihn. Schade aber ist, dass Informationen nur zögerlich fließen. Der Ortsbeirat wurde vom Bürgermeister beispielsweise auf die Bürgerversammlung vertröstet. Man könnte uns die Daten doch schon früher geben. Auch Magistratsmitglieder bekamen einen Maulkorb und dürfen uns nicht über neue Entwicklungen informieren. Ich denke aber, dass sie dafür da sind.

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