Ein Platz für viele Menschen

Ewigkeitsbaustelle Grebenstein: Pflegeeinrichtung der Philippstiftung ist fertig

Bürgermeister Danny Sutor erinnert daran, wie das Haus vor einigen Jahrzehnten aussah. Das Planungsbüro RSE überreichte Wilfried Gründel zuvor die Fotocollage.
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Bürgermeister Danny Sutor erinnert daran, wie das Haus vor einigen Jahrzehnten aussah. Das Planungsbüro RSE überreichte Wilfried Gründel zuvor die Fotocollage.

Die Sanierung des Fachwerkgebäudes in der Marktstraße 28 in Grebenstein sind abgeschlossen. Fast 20 Jahre hat es von der ersten Idee bis zur Fertigstellung gedauert.

Grebenstein – Unter Grebensteinern war das Projekt als „Ewigkeitsbaustelle“ bekannt. Am Freitag wurde das Gebäude nun offiziell eingeweiht. „Man könnte sagen, es war eine fast unendliche Geschichte“, sagte Bürgermeister Danny Sutor bei der Einweihung. Eine „Zangengeburt“ nannte er immer wieder neu aufkommende Probleme. Dabei hatte die Eigentümerin, die Immenhäuser Philippstiftung, auch Pech.

Mehr Arbeit als geplant

Nach Beginn der Sanierung stellte sich heraus, dass mehr Arbeiten nötig waren als gedacht. Außerdem gab es Schwierigkeiten mit dem ausführenden Architekten. Die Wahl des Planers, so war von der Stiftung und aus dem Grebensteiner Rathaus zu hören, war nicht ganz frei. Die Landesregierung hatte, um Zuschüsse zu gewähren, auf einen erfahrenen Architekten gedrängt. Hinzu kam außerdem, dass das Haus mehrmals umgeplant wurde, um möglichst viele Zuschüsse für das Millionen-Projekt zu erhalten. Dann hatte der Architekt gesundheitliche Probleme. Die Philippstiftung zog deshalb 2019 die Reißleine und wechselte den Architekten. Verpflichtet wurde ein regionales Büro, die RSE Planungsgesellschaft, mit der die Stiftung schon mehrfach zusammengearbeitet hatte.

Nun ist das Haus fertig, das in aller Munde war. „Wir sind froh, dass wir mitten im Herzen Grebensteins etwas für Menschen geschaffen haben“, betonte Sutor.

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In den unteren zwei Geschossen sind Wohneinheiten für ambulant zu betreuende Personen. Dabei handelt es sich überwiegend um Menschen, die nach Koma und künstlicher Beatmung rund um die Uhr versorgt werden. In den zwei Stockwerken gibt es nun sechs Patientenzimmer. „Alles ist barrierefrei. Wir haben überall Rampen installiert. Und wo man mit diesen nicht hinkommt, gibt es einen Aufzug“, erklärt Ralf Middelmann (Planungsbüro RSE).

Im nächsten Geschoss wurde eine Tagespflege eingerichtet, die vor allem Grebensteinern zugute kommen solle, erklärte Danny Sutor in einem Gespräch mit der HNA im vergangenen Herbst. Ganz oben befinden sich Therapie- und Personalräume.

Alt und neu im Einklang

Trotz der aufwändigen Sanierung und den vielen modernen Elementen im Haus – die Fenster öffnen sich elektrisch – hat das historische Gebäude nicht seinen Charme verloren. Überall sind historische Elemente zu finden: alte Balken, Haken in den Decken und schiefe Wände. „Die Decken sind zu 50 Prozent erhalten geblieben“, erklärt Middelmann. Dabei wies er auf die Arbeit von Stuckateur Jochen Siebert hin: Der verputzte die Decken mit Lehm, um die Risse im Mauerwerk zu beseitigen.

Eine Besonderheit gibt es noch: Beim Betreten des Raumes im Erdgeschoss des Steinhauses fällt eine kleine Eichenholztür in der Wand auf. Dahinter wartet eine Überraschung: ein Plumpsklo. „Es war eine Auflage des Denkmalschutzes, dieses Plumpsklo zu behalten“, erzählt der Bürgermeister schmunzelnd. (Clara Pinto)

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