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Kreis Kassel: Farbe soll Sprengung von Geldautomaten verhindern - Sparkasse rüstet auf

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Von: Hanna Maiterth

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Drei Männer stehen an der Eingangstür und zeigen auf ein Schild auf dem Achtung und ein weiterer Hinweis in mehreren Sprachen steht.
Hinweisschilder an den Filialen und den Automaten der Stadtsparkasse Grebenstein sollen abschrecken: (vorne von links) Andreas Novotny (Leiter der Organisationsabteilung) und Andreas Auerbach (Vorstandsmitglied) sowie hinter der Tür Vorstandsvorsitzender Ralf Patock. Die Schilder sind mehrsprachig. © Hanna Maiterth

Die Sprengstoffangriffe auf Geldautomaten im Kreis Kassel häufen sich. Geldinstitute rüsten deshalb nach, was genau, bleibt meist geheim.

Grebenstein - Zuerst wird der Geldautomat ausgespäht, dann schlagen die unbekannten Täter mitten in der Nacht zu. Eine laute Explosion zerreißt die Stille. Während am Tatort eine schwere Verwüstung bleibt, sind die Täter innerhalb weniger Minuten wieder verschwunden. Bei vier Geldautomaten im Landkreis Kassel ist es in diesem Jahr so oder so ähnlich abgelaufen. Im zurückliegenden Jahr traf es laut Bundeskriminalamt 392 Standorte.

An den Automaten der Stadtsparkasse Grebenstein waren die Unbekannten bislang noch nicht. Damit das so bleibt, hat das Geldinstitut nun aufgerüstet, wie die Vorstandsmitglieder Ralf Patock und Andreas Auerbach erklären. „Es geht um Abschreckung“, sagt Auerbach. „Wir wollen von vornherein einen Angriff verhindern.“ Deshalb wurden die fünf Geldautomaten, die in den Kommunen Grebenstein, Calden, Immenhausen und Espenau stehen, mit einem neuen Sicherheitssystem ausgerüstet. Das nennt sich „Scorpion“ und wurde von der privatwirtschaftlichen Prüf- und Zertifizierstelle „VdS Schadenverhütung“ für sicher befunden. Einen „beachtlichen fünfstelligen Betrag“ habe die Sparkasse laut Vorstandsvorsitzendem Patock dafür ausgegeben.

Sprengung von Geldautomaten im Kreis Kassel: Neues Sicherheitssystem - Geld wird unbrauchbar

Bei dem neuen Sicherheitssystem käme ein spezielles Färbesystem zum Einsatz. Das löse bei Diebstahl der Geldkassetten und bei Angriffen auf die Automaten aus. Die Geldscheine seien dann wertlos. Neu sei diese Art des Schutzes nicht, gibt Andreas Novotny, Leiter der Organisationsabteilung bei der Stadtsparkasse, zu. Aber es sei verbessert worden, sodass die Farbe auch nicht mehr mit speziellen Chemikalien ausgewaschen werden könne.

Gestohlenes Geld ins Ausland zu verschiffen, dort reinigen zu lassen und dann wieder zurückzuholen, sei bei den Kriminellen ein gängiges Verfahren. Nun verfüge die Farbe aber über eine künstliche DNA und sei dadurch so speziell, dass sie im Bedarfsfall bis zum einzelnen Geldautomaten zurückzuführen sei. „Jede Geldkassette hat somit ihren eigenen Fingerabdruck“, erklärt Novotny.

Das Foto zeigt ein Plakat auf dem steht: Angriff sinnlos. Unsere Geldautomaten sind mit Scorpion und künstlicher DNA gesichert.
Hinweis an den Geldautomaten: Bei einem unberechtigten Zugriff verfärben sich die Geldscheine. © Hanna Maiterth

„Wir wollen zeigen: Ein Angriff lohnt sich nicht mehr“, sagt Patock. Deshalb kleben jetzt nicht nur Hinweise auf das neue Sicherheitssystem in fünf verschiedenen Sprachen an den Türen zu den Filialen der Stadtsparkasse Grebenstein, sondern auch an den Geldautomaten. Warum die Stadtsparkasse auf Abschreckung setzt? „Die Intensität der Angriffe auf Geldautomaten hat zugenommen“, erklärt Andreas Novotny. Früher nutzten die Täter Gas. Weil sie damit inzwischen keine Erfolge mehr erzielen könnten, käme nun Sprengstoff zum Einsatz. „Dadurch werden Menschenleben gefährdet.“ Auerbach ergänzt: „Wir nehmen die Bedrohungslage ernst.“ Die Sprengungen seien mit Vellmar, Breuna und Habichtswald schließlich alle in unmittelbarer Nähe passiert.

Geldautomaten im Kreis Kassel: Fingerabdrücke sind verfolgbar - 414 Sprengungen in einem Jahr

Doch nicht allein die Angriffe aus diesem Jahr hätten zur Aufrüstung geführt. „Die Entscheidung bei der Stadtsparkasse Grebenstein ist aufgrund der Bedrohungslage bereits letztes Jahr gefallen“, erklärt Patock.

Laut Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2020 insgesamt 414 Automaten gesprengt. Die höchste Zahl, nachdem diese Deliktart 2005 in die Statistik aufgenommen wurde. In Grebenstein hätten dann Lieferengpässe zu Verzögerungen geführt. Nun seien die Geldautomaten aber aufgerüstet. (Hanna Maiterth)

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